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Umstellen auf Biomilch, Direktvermarktung und Muldenkipper

Matthias Ludwig/agrarheute
am
11.03.2016

Was ist bei der Umstellung auf Bio im Milchviehbereich alles zu beachten? Welche Geräte eignen sich zur Milchabfüllung und Direktvermarktung? Dazu noch die Frage: Mulde oder Hakenlift?

Umstellung Bio - Schwerpunkt Milchvieh

Blue_Power fragt: "Ursprünglich wollten wir die Millchviehhaltung weiter ausbauen. Angesichts des aktuellen Milchpreises und den weiteren Aussichten am Milchmarkt stell ich mir die Frage, ob das noch der richtige Weg ist (zumal der Markt mehr als gesättigt ist), oder ob es nicht sinnvoller ist auf Bio umzustellen, um auf Qualität anstatt auf Quantität zu setzen. Was sind die größten betrieblichen Veränderungen (Interesse und Motivation vorhanden)? Ist ein Bioverband notwendig oder reicht EU Bio? "

Rough_Rider antwortet: "Bioverband ist abhängig von der Molkerei. Biomaisanbau wird zum russischen Roulette. Weidelgrasanbau kannste knicken, mit Gülle alleine bringst nicht genug Ertrag weg. Verfügbarkeit von Eiweißfuttermittel sehr beschränkt wenn zur Zeit nicht verfügbar/bezahlbar. Unkrautbekämpfung nur mech. oder händisch möglich. Und halt 100% Biofütterung, 60% der Ration muss Raufutter sein, Weidepflicht, Auslaufpflicht usw."

Dem wiederspricht Doptrebo90 zum Teil: "Das nehme ich jetzt mal als eine haltlose Behauptung hin. Wenn ich natürlich nur Mais drille und im Oktober das nächste mal danach schaue ist das klar. Vernünftige Bios haben vernünftige Hacken und kommen damit schon gut zurecht. Ausnahme ist evtl mal ein sehr nasses und kaltes Jahr. Wenn ich mir die Flächen von meiner Biokollegen in der Umgebung ansehe, dann haben die meist einen sehr schönen Mais draußen stehen. Handhacken dürften die wenigsten machen. Aber auch ein Hackgerät muss eben sauber eingestellt werden um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Ich würde sogar behaupten, dass Biomais vom Ertrag die Frucht ist, die am nähesten an die Konvierträge kommt. "
Umstellung Bio - Schwerpunkt Milchvieh

Milch Direktvermarktung/ Verarbeitung

Michl34 schreibt: "In letzter Zeit bin ich am überlegen wie ich am einfachsten Milch vermarkten kann. Nun ich habe folgendes vor. Bis jetzt habe ich sicher zwei Regionaleinzelhändler über welche ich etwa 400 Liter pasteurisierte Milch am Tag vermarkten könnte. Somit brauche ich keinen Hofladen usw. Was ich brauche, sind aber Geräte und Anlagen dafür. Die Überlegung ist, die Milch entweder in Flaschen oder Tetrapacks abzufüllen. Wobei ich die Tetrapacks favorisiere, da ich mit der Pfandrücknahme keine Probleme oder mehr Arbeit habe. Das Ziel dieses Beitrags wäre für mich, ein paar Hersteller für solche Anlagen zu finden und vielleicht ein paar Erfahrungen über solche Unterfangen auszutauschen.

Freisinger kann praktische Tipps geben: "Tetra-Packs mit Frisch-Milch kannst vergessen. Der normale Giebelpack ist out. Es werden nur Packs mit Schraubverschluss vom Kunden angenommen. Eine funktionierende Packmaschine mit Schraubverschlussapplikator kostet Minimum 200.000€. Ich hab mehrere Verpackungen probiert, auch auf Wunsch der Kunden. Gelandet sind wir schließlich bei der braunen Glas Mehrwegflasche. Da baut ein Ösi aus der Nähe von Grießkirchen eine kleine feine Abfüllanlage, mit der man bis zu 2.000 Flaschen/Stunde abfüllen kann zum Bruchteil einer Packmaschine. Dann noch eine Durchlaufwaschmaschine für 15.tsd€, günstiger geht's nicht. Ich weiß zwar nicht, wo du herkommst, aber Einzelhändler, die dir am Tag 200 ltr. abnehmen sind gaaaanz dünn gesät. Es kommt natürlich auf den Preis an. Ich sag zu jedem, schau, dass du 1€ bekommst, dann verdienst du ab einer bestimmten Menge."
Milch Direktvermarktung/ Verarbeitung

Muldenkipper vs. Hakenlift

Limousin87 braucht eine Entscheidungshilfe: "Wir sind gerade an der Anschaffung eines Muldenkipper ca 35m2 (24to). Es ist die Überlegeung gekommen einen Hakenlift zu kaufen, dann kann man eine alte Mulde nehmen, für so Dinge wie Dünger und die gute für Silage oder Getreide (dann vielleicht sogar im Wechsel). Wie ist das mit dem Gesamtgewicht? Beim Hakenlift wird dann fast nicht mehr ein Tandem reichen wegen dem hohen Eigengewicht?"

Doptrebo90 meint dazu: "Wir sind da zur Zeit auch noch am überlegen. Hackenlift hat sehr viele Vorteile außer dem Ölbedarf und dem Gewicht. Ein 23to Hackenlift wiegt schnell knapp 5.300 Kilo, hinzu kommt dann nochmal ein Container mit 2.800 Kilo - macht dann schon mal 8to Leermasse. "

Und Notill antwortet: "Wir haben einen Hakenlift. Ich kann nur den Tridem empfehlen, denn mit dem Tandem hast du praktisch keine Nutzlast. D.h.: immer überladen und laufend Ärger mit Achsen und Federung. Das Wechseln der Ladeflächen hat was für sich, vor allem wenn man gerade nicht abladen kann. Dazu der Vorteil, nur ein Fahrzeug zulassen zu müssen. Ach ja ... noch ein Nachteil vom Hakenlift: Er kippt langsamer als eine Mulde"
Muldenkipper vs. Hakenlift

 

 

Kipper, Abschiebe- und Rollbandwagen im Überblick

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