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Pflanzlicher Fleischersatz

Umstrittener Zusatzstoff in Beyond Meat-Burgern

am Dienstag, 07.01.2020 - 11:30 (1 Kommentar)

Laut einer Studie des Magazins "Der Spiegel" ist in der veganen Burgeralternative von Beyond Meat das problematische Aroma Grillin enthalten. Der Hersteller weist jedoch darauf hin, dass dies nicht auf die Burger zutreffe, die in der EU verkauft werden.

Beyond Meat Burger Kühlregal

In Konsistenz und Geschmack unterscheiden sich die pflanzlichen Buletten von Beyond Meat nur wenig von echten Burgern. Dafür sorgen einige Aromastoffe. Ein Test des Magazins Spiegel ergab, dass Grillin, das für den rauchartigen Geschmack der Patties sorgen soll, laut der EU-Basisverordnung zur Lebensmittelsicherheit "eigentlich nicht verkehrsfähig" sei.

Verboten sei der Zusatzstoff aus thermisch oxidiertem Sonnenblumenöl jedoch nicht, so Dr. Klaus Haase-Aschoff vom gleichnamigen Bad Kreuznacher Labor.

Der Lebensmittelchemiker hatte die Untersuchung im Auftrag des Spiegel durchgeführt.

Beyond Meat weist Vorwürfe zurück

2017 hatte die europäische Lebensmittelagentur EFSA darauf hingewiesen, dass die Produktdaten des Grillin-Herstellers nicht ausreichten, das gentoxische Risiko des Stoffs zu beurteilen. Die EU-Kommission hat für den Inhaltsstoff eine Übergangsfrist bis April 2020 eingeräumt. In einer Antwort an den Spiegel erklärten die Verantwortlichen bei Beyond Meat, dass die veganen Fleischklopse für den EU-Markt nicht die betreffende Grillin-Variante CB-200SF enthalten. 

Ernährungsexpertin warnt vor strenger veganer Diät

Vor dem Hintergrund des wachsenden Trends hin zu fleischlosen Ernährungsformen warnte Prof. Alice Stanton, Expertin für Herz-Kreislauf-Erkrankungen des Royal College of Surgeons in Irland, vor einer zu einseitigen pflanzlichen Diät. Die wichtigsten Nährstoffe in Obst, Gemüse und Getreide hätten durch genetische Selektion der Pflanzen in den letzten 50 Jahren um 50 Prozent abgenommen. 

"Ich habe nichts gegen Vegetarismus oder Veganismus", räumte die Wissenschaftlerin ein. "Wer sich so gesund ernähren will, muss sich jedoch gut informieren." Die Forscherin spricht sich insgesamt klar für eine Reduktion des Fleischkonsums aus, empfiehlt für eine ausgewogene Ernährung trotzdem, zwei bis vier mal die Woche Fleisch oder Fisch zu essen.

Forscher verlangen Wachstumsstopp für Fleischproduktion

Demo Klimaschutz München

In einem Brief, der im Fachmagazin "The Lancet Planetary Health" veröffentlicht wurde, fordern 50 Wissenschaftler aus Europa, USA, Südamerika und Israel, das Wachstum der landwirtschaftlichen Tierhaltung innerhalb der nächsten zehn Jahre aufzuhalten und zu verringern.

Andernfalls sei die Beschränkung der Erderwärmung um 1,5 Grad Celsius nicht zu erreichen. 

Mit Material von dpa

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