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Sicherheitstipps

Unfall: Vorsicht bei der Erntejagd

Jäger auf Maisfeld
am Freitag, 18.10.2019 - 09:57 (Jetzt kommentieren)

Im September wurden bei einer Jagd in Baden-Württemberg zwei landwirtschaftliche Mitarbeiter verletzt. Die SVLFG mahnt zur Vorsicht bei der Schussabgabe an Maisfeldern.

Bei einer Jagd in Baden-Württemberg wurden im September ein Traktorfahrer und eine Erntehelferin verletzt.

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) mahnt zur Vorsicht bei der Schussabgabe, wenn das Wild aus dem Mais wechselt und gibt Tipps zum richtigen Verhalten.

Fehler bei der Planung und Durchführung der Jagd

Angeschossene Traktorkabine

Der Traktor befand sich auf einem Feldweg neben einem weitgehend abgeernteten Maisfeld. Das Feld war von Jägern umstellt, die auswechselndes Schwarzwild bejagten, berichtet die SVLFG. Vermutlich habe nach mehreren Schussabgaben zweier Jäger ein Geschoss die Schlepperkabine durchschlagen. Der Fahrer wurde schwer am Bein verletzt, die Beifahrerin erlitt Verletzungen durch Glassplitter. Gegen die beiden Jäger werde nun wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Dieser Unfall zeige einmal mehr, dass Schützen nicht selten die nähere Umgebung ausblenden, so die Versicherung. Aber auch bei der Planung und Durchführung der Jagd, die dem Jagdleiter obliegen, würden immer wieder Fehler begangen. Die SVLFG zeigt im Folgenden das korrekte Vorgehen auf:

Erntejagd: Rechtzeitig vorbereiten und gut organisieren

Erntejagden müssen rechtzeitig vorbereitet und gut organisiert durchgeführt werden. Vielfach werden die Jäger über eine anstehende Erntejagd telefonisch benachrichtigt. Das heißt, der Jagdleiter teilt ihnen mit, dass in circa ein bis zwei Stunden der Mähdrescher oder Häcksler das Feld aberntet. Es bleibt dann wenig Zeit, die Jäger vor Ort einzuweisen, so dass sich jeder selbst seinen Platz am Feldrand sucht.

Die Jäger wissen in diesen Fällen nicht, wo ihre Nachbarn stehen und Mitarbeiter des Lohnunternehmens erkennen die Jäger ohne Signalkleidung an der Feldkante nicht. Kleidung in Signalfarben ist heute Standard bei Gesellschaftsjagden.

Wichtig: Gute Revierkarte oder Satellitenaufnahmen

Erntejagden müssen ab Mai geplant werden. Man kann zu dieser Zeit bereits erkennen, welche Früchte auf den Feldern angebaut werden und wo das Schwarzwild gerne Deckung sucht. Mit Hilfe einer guten Revierkarte oder mit Satellitenaufnahmen kann man die Stände und Positionen der Ansitzeinrichtungen für die Jäger eintragen. Es können ebenso freigegebene Schussbereiche eingezeichnet werden.

Die Karten dienen auch dazu, einige Tage vor der Jagd beziehungsweise am Jagdtag die Ansitzböcke an den vorgesehenen Positionen aufzustellen. Ebenerdig dürfen Schützen nur abgestellt werden, wenn durch die Geländeform ein Kugelfang gegeben ist. Bei flachen Schüssen unter zehn Grad auf gewachsenem Erdboden besteht eine erhöhte Abprallgefahr. Die Reichweite der Büchsengeschosse liegt bei über 5000 Metern.

Auf der Rückseite der Revierkarte können weitere wichtige Informationen für die Jäger notiert werden, zum Beispiel die Telefonnummern der Teilnehmer und der Mähdrescher-/Häckslerfahrer sowie Notrufnummern.

Jagdtag: Abstimmung mit Landwirt sehr wichtig

Am Jagdtag ist die Abstimmung mit dem Landwirt, dem Lohnunternehmen und seinen Mitarbeitern sehr wichtig. Sofern die Ansitzböcke nicht auf angrenzenden Flächen aufgestellt werden können, mäht oder häckselt das Erntefahrzeug drei Runden. Erst dann werden die Ansitzeinrichtungen auf dem Erntefeld aufgestellt, so dass ein ausreichendes Schussfeld nach außen vorhanden ist. In Richtung des abzuerntenden Feldes darf niemals geschossen werden. Es darf während der Ernte auch keine Nachsuche im Erntefeld durchgeführt werden.

Rechtzeitige Planung und die Ansprache des Jagdleiters vor Beginn inklusive Sicherheitsbelehrung und Schilderung des Jagdablaufes sind mitentscheidend für eine sichere und erfolgreiche Jagd. 

SVLFG: Broschüren und Merkblätter

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) gibt in folgenden Broschüren weitere Tipps zum Thema Erntejagd:

Mit Material von Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

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