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Umwelt

UNO-Klimakonferenz in Bangkok eröffnet

von , am
05.04.2011

Bangkok - Überschattet von der Atomkatastrophe in Japan hat am Sonntag in Thailand eine UNO-Klimakonferenz begonnen.

Eigentlich sollte es bei dem mehrtägigen Arbeitsgruppen-Treffen in Bangkok vor allem um die Vorbereitung der Konferenz im südafrikanischen Durban im Dezember gehen, doch die Ereignisse in Japan lenken die Verhandlungen über den Klimaschutz in eine neue Richtung. Zahlreiche Länder rücken vom Atomstrom ab und werden die dadurch entstehende Lücke zumindest kurzfristig auch mit klimaschädlichen fossilen Rohstoffen ersetzen. Die Abkehr von der Atomkraft dürfe nicht zu einem Nachlassen der Anstrengungen beim Klimaschutz führen, betonte Artur Runge-Metzger, der in Bangkok die EU vertritt. Risiken der Kernkraft sollten keinesfalls mit Risiken durch die Klimaerwärmung ersetzt werden. Deshalb forderte der EU-Vertreter einen Ersatz von Atomstrom durch die erneuerbaren Energien Wind, Sonne und Biomasse.

Konkrete Forderungen der EU bewirken Druck auf andere Länder

Ein konkretes Ziel für die Einsparung von klimaschädlichen Abgasen strebt die UNO Ende des Jahres im südafrikanischen Durban an. Bisher hat sich die Staatengemeinschaft lediglich dazu bekannt, den Kohlendioxidausstoß deutlich einzuschränken und die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. "Die Europäische Union muss in Bangkok mit viel Engagement in die Verhandlungen gehen. Je konkreter die Forderungen der EU, umso größer wird der Druck auf andere Länder wie USA, China, Brasilien, Indien und Russland. Unser gemeinsames Ziel muss ein verbindliches Klimaschutzabkommen sein. Die EU wird in dieser Frage sicher nicht locker lassen. Der Klimawandel ist ein globales Problem und Klimaschutz geht alle an", stellte Umweltminister Nikolaus Berlakovich anlässlich der Eröffnung der UNO-Konferenz fest.
 
Bei dieser ersten Sitzung im heurigen Jahr werden Verhandler auf Beamtenebene das Arbeitsprogramm bis zur nächsten Weltklimakonferenz Ende des Jahres in Südafrika in Angriff nehmen. In Workshops, die den Verhandlungen vorgelagert sind, sollen zudem die Angebote der Industrie- und Entwicklungsländer zu weitergehenden Treibhausgas-Reduktionen analysiert und im Detail diskutiert werden. Das Treffen in Bangkok folgt auf den Klimagipfel im mexikanischen Cancun im vergangenen Dezember und soll am Freitag zu Ende gehen.
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