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Politik international

UNO-Leitlinien für Umgang mit Ressourcen verabschiedet

von , am
18.05.2012

Rom - Der verbesserte Zugang zu Land, Wäldern und Fischgründen soll die Ernährungssicherheit und die nachhaltige Entwicklung zum Schutz von Millionen besonders armer Menschen fördern.

Bei Mais, Soja und Reis droht nahezu ein Totalausfall der Ernte. © s.media/pixelio.de
Entsprechende Leitlinien hat das UN-Komitee für Welternährungssicherung (CFS) in Rom kürzlich verabschiedet. Die neuen freiwilligen Richtlinien über den verantwortungsvollen Umgang mit den Produktionsgrundlagen würden Prinzipien und Praktiken beschreiben, auf die sich Regierungen beim Erlass von Rechtsvorschriften und der Verwaltung von Land-, Fischerei- und Forstwirtschaft berufen können.
 
Ein Großteil der öffentlichen Debatte hätte sich auf das sogenannte "land-grabbing" (Landraub) bezogen, weshalb die Leitlinien diese Thematik besonders berücksichtigen würden.

Kampf gegen Hunger und Armut

Initiiert von der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen wurden die Richtlinien über drei Jahre in Beratungen mit Regierungsvertretern, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Vertretern der Privatwirtschaft und internationalen Organisationen sowie Wissenschafter erarbeitet und vom CFS finalisiert. "Das Recht auf Land und andere natürliche Ressourcen ist für bedürftige Menschen eine wichtige Voraussetzung im Kampf gegen Hunger und Armut. Die erste weltweite Landbesitz-Richtlinie ist ein historischer Durchbruch. Eine gemeinsame Vision der Länder kann dazu beitragen, die oft katastrophale Lage der Hungernden und Armen zu lindern", sagte FAO-Generaldirektor Jose Graziano da Silva.
 

Regeln gegen den Landraub

Während in den Richtlinien verantwortungsvolle Investitionen im öffentlichen und privaten Sektor zur Verbesserung der Ernährungssicherheit anerkannt würden, sehen diese aber auch Garantien für Besitzrechte in der lokalen Bevölkerung vor. Risiken, die von groß angelegten Landerwerb herrühren, sollen vermindert und Menschenrechte, Lebensunterhalt, Ernährungssicherheit und Umwelt geschützt werden. Es sei nun Sache der Länder, die Richtlinien in die Praxis umzusetzen, sagte Yaya Olaniran, CFS-Vorsitzender. "Diese Änderungen werden nicht über Nacht geschehen. Aber wir wissen auch, dass die Richtlinien auf breite Unterstützung stoßen. Die Zustimmung von CFS verleiht ihnen Legitimität und Stärke, und alle beteiligten Länder sind bereit, sie in ihren Regierungsprogrammen aufzunehmen", sagte Olaniran abschließend.
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