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Schwere Unwetter

Unwetter zerstören landwirtschaftliche Kulturen

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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
30.05.2016

400 geschädigte Schläge von Paderborn bis Fallingbostel. Eine Unwetterbilanz.

Es blitzte und hagelte heftig an diesem Wochenende. Schwere Unwetter wüteten in mehreren Bundesländern. Tief "Elvira" brachte schwülwarme "Waschküchenluft" ins Land. Am Sonntagmorgen wurde besonders der Westen und Südwesten von kräftigen Gewittern und Regen heimgesucht. Nachmittags gewitterte es in fast allen Landesteilen mehr oder weniger stark. 

Vielerorts waren Straßen gesperrt, Keller voller Wasser oder es wurden Weinberge entlaubt. Im sächsischen Brand-Erbisdorf setzte ein Blitz den Dachstuhl eines Wohnhauses in Brand. Regenmassen machten unter anderem Straßen bei Heidenheim in Baden-Württemberg unpassierbar. In der bayerischen Gemeinde Tuntenhausen kamen Hagelkörner von bis zu drei Zentimetern Durchmesser vom Himmel.

Vereinigte Hagel: 200.000 Euro Schaden bei Minden

Bereits in der vergangenen Wochen hatten Unwetter besonders in Ostwestfalen zahlreiche landwirtschaftliche Kulturen verwüstet. Die Feuerwehr war im Kreis Minden-Lübbecke am Sonntagabend im Dauereinsatz. In Minden, Porta Westfalica, Bad Oeynhausen und Petershagen wütete das Unwetter nach Angaben der Einsatzkräfte besonders heftig.

Neben Erdbeeren waren insbesondere Zuckerrübenschläge betroffen, von Paderborn bis Fallingbostel waren das innerhalb weniger Stunden insgesamt 400 Schläge. Der Bezirksdirektor der Vereinigten Hagel, Bernd Edeler aus Münster, beziffert den Schaden  allein für den Großraum Minden auf über 200.000 Euro.

Blitzeinschlag: 35 Menschen im Krankenhaus

Buchstäblich aus heiterem Himmel schlug ein Blitz auf dem Fußballplatz in Hoppstädten ein - insgesamt 35 Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht. Drei Erwachsene erlitten bei dem Unglück schwere Verletzungen.

In Rheinland-Pfalz war am Freitag nach einem Erdrutsch ein Zug auf dem Weg nach Trier zwischen Hatzenport und Moselkern entgleist. Verletzt wurde aber niemand. Eine 64 Jahre alte Wanderin wurde am Samstag in der Wutachschlucht im Hochschwarzwald von einem Erdrutsch bis zur Hüfte verschüttet und leicht verletzt.

Auch auf Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt bekamen Reisende das Unwetter zu spüren, wie ein Sprecher am Samstag sagte. Es kam zu 20 Flugausfällen sowie zu Verspätungen und Umleitungen. Ein Taxifahrer, der in Wiesbaden durch Regenmassen in seinem Auto eingeschlossen war, musste von Helfern befreit werden.

Zu Beginn der kommenden Woche sollen sich die Gewitter dann in den Nordosten verlagern, wo es nach der Vorhersage des Wetterdiensts wieder zu Unwettern kommen kann. Im Südwesten gebe es dann noch Regen und Regenschauer - aber keine Gewitter mehr.

So wird das Wetter bei Ihnen.

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