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1. Bilanz

Unwetter zerstört bisher 12.000 Hektar

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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
31.05.2016

Bilanz der Unwetter der vergangenen Tage: Bisher 12.000 ha Schaden in Höhe von knapp 25 Millionen Euro.

Starkregen, Hagel und Orkanböen: Weitere Unwetter wüteten seit dem Wochenende insbesondere im Südwesten Deutschlands. Die Vereinigte Hagelversicherung meldete bis gestern: 12.000 Hektar geschädigte Ackerkulturen mit einer Versicherungssumme von knapp 25 Millionen Euro.

Diese Zahlen steigen stündlich weiter an, da die Landwirte bis zu vier Tage Zeit haben ihren Schaden zu anzuzeigen und aktuelle Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes gelten.  

Unwetter treffen Südwestdeutschland

Besonders schwer traf es die Bezirksdirektionen Gießen, Alzey, Nürnberg und Stuttgart. Eine markante Gewitterlinie entwickelte sich über dem Sauerland und zog über den Reinhardswald bis nach Göttingen.

Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden war ebenfalls betroffen. Die Voreifel und das Mittelrheintal bildeten einen weiteren Schadenschwerpunkt innerhalb der Bezirksdirektion Alzey.

In Baden-Württemberg verursachten Unwetter Schäden auf den Linien zwischen Heidelberg und Würzburg sowie zwischen Ehingen und  Nördlingen. Auf der bayerischen Seite traf es schwerpunktmäßig den Großraum Augsburg sowie Regensburg bis fast an die tschechische Grenze.  

Nahezu alle Ackerbaukulturen betroffen

Geschädigt wurden nahezu alle Ackerbaukulturen von Wintergetreide über Mais, Zuckerrüben, Raps bis hin zu Ackerbohnen. Abgeschlagene Ähren, zerfetzte Blätter oder angeschlagene Schotenansätze waren als Schäden zu verzeichnen.

Durch Starkregen wurden darüber hinaus junge Rüben- und Maispflanzen verschlämmt und Kartoffeldämme freigespült. Aber auch Erdbeerplantagen, Salatköpfe oder junge  Kohlpflanzen waren betroffen. Auch im Weinbau waren einzelne Schäden zu verzeichnen. 

93 Liter Regen pro Quadratmeter bei Heilbronn

Innerhalb von zwölf Stunden (Sonntagabend 18 Uhr bis Montagfrüh 6 Uhr) wurden in Kirchberg-Herboldshausen an der Jagst östlich von Heilbronn 93 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen worden. Örtlich dürften die Mengen noch höher gewesen sein.

Die größte in einer Stunde gemessene Niederschlagssumme im DWD-Messnetz fiel in Hohenthann etwa 70 Kilometer nordöstlich von München. Von 20 bis 21 Uhr prasselten dort 65 Liter auf den Quadratmeter herunter. Zum Vergleich: Der Monats-Durchschnitt für Mai beträgt für Bayern 90 Liter pro Quadratmeter, für Baden-Württemberg 96 Liter pro Quadratmeter.

Bisher 4 Tote durch Unwetter in Süddeutschland

Die bisherige Bilanz der verheerenden Unwetter ist erschreckend: In Schwäbisch Gmünd waren zwei Menschen im Hochwasser ums Leben gekommen - ein 21-Jähriger und ein 38 Jahre alter Feuerwehrmann, der den jungen Mann retten wollte.

In Weißbach im Hohenlohekreis starb ein 60 Jahre alter Mann in einem überschwemmten Keller. Ein 13-jähriges Mädchen wollte unter einer Bahnbrücke bei Schorndorf Schutz vor dem Regen suchen und wurde dort von einem Zug erfasst und getötet.

In Süddeutschland bot sich vielerorts ein Bild der Verwüstung: Straßen waren blockiert und Brücken verstopft, teilte etwa die Straßenmeisterei für den Landkreis Schwäbisch Hall mit. Auch in Bayern, vor allem in Mittelfranken, hatte die Gewitterfront große Schäden angerichtet.

Die Arbeit mit Bagger und Schaufel soll auch in Rheinland-Pfalz weitergehen. Zahlreiche Schäden werden die Einsatzkräfte noch länger beschäftigen. Zumindest wird in den kommenden Tagen nur wenig Regen erwartet. "Die Lage entspannt sich zusehends", sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Mainz.

Auch Nordrhein-Westfalen betroffen

Schwere Gewitter mit Starkregen haben auch Teile Nordrhein-Westfalens getroffen. Die Feuerwehr im Kreis Euskirchen rückte am Montagabend zu rund 125 Einsätzen aus. Betroffen waren vor allem das Stadtgebiet Mechernich und die Gemeinde Kall, wie die Feuerwehr mitteilte. So rissen die Wassermassen einen Flüssiggastank aus der Verankerung, der daraufhin seinen Inhalt verlor.

Auch in Stolberg im Rheinland standen die Notruftelefone am Abend nicht still, wie die Feuerwehr mitteilte. Laub und Schlamm verstopften Kanalrohre, das Wasser lief über Straßen in mehrere Keller. Die Einsatzkräfte pumpten das Wasser ab und bauten mit Sandsäcken Deiche, um die Häuser zu schützen. Ein kleiner Bach trat über die Ufer und flutete eine Straße. Schlamm und Geröll wurden entfernt. Am Hauptbahnhof stand die Unterführung zu den Gleisen unter Wasser.

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