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Ernährung und Gesundheit

US-Bürger fordern Kennzeichnung von Genfood

pd
am
05.07.2012

Während US-Farmer weiter auf GV-Pflanzen setzen, wird der Streit um Genfood in den USA lauter. Nun fordern US-Bürger eine Kennzeichnungspflicht von Produkten aus GV-Pflanzen.

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In den USA enthält fast jedes verarbeitete Lebensmittel Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO). Der Anteil von GVO an der US-amerikanischen Erzeugung von Soja, Mais und Zuckerrüben liegt derzeit bei 90 Prozent. Doch die US-Bürger werden gentechnik-kritischer. Die Auseinandersetzungen um eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für gentechnische veränderte Lebensmittel verschärft sich. Bisher sind alle Versuche, in einzelnen Bundesstaaten eine Kennzeichnung einzuführen, gescheitert.
 
Doch im November könnte sich das ändern: Dann stimmen die Bürger in Kalifornien über einen entsprechenden Gesetzesvorschlag für eine Kennzeichnung von Genfood ab.

Kennzeichnungspflicht: Folgen für die US-Agrarwirtschaft

Eine Mehrheit für eine Kennzeichnungspflicht hätte weitreichende Auswirkungen auf die amerikanische Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft. Viele Branchenexperten erwarten, dass die kalifornische Regelung auch in anderen Bundesstaaten und möglicherweise USA-weit übernommen wird. Nach einem Bericht der New York Times bereitet sich die US-Lebensmittelbranche auf die neue Situation vor. Die großen Unternehmen würden eher die Zutaten ändern als ihre Markenprodukte kennzeichnen, zitiert die Zeitung einen führenden Vertreter eines Landwirtschaftsverbandes. Eine stärkere Nachfrage nach konventionellen Agrarrohstoffen hätte jedoch weitreichende Folgen für die amerikanischen Farmer, die momentan hauptsächlich auf GVO setzen.

USDA-Zahlen: GVO-Anbau 2012

Laut aktuellen Zahlen der US-Landwirtschaftsbehörde USDA liegt 2012 der Anteil von gentechnisch veränderten Pflanzen an der US-amerikanischen Erzeugung bei Mais, Sojabohnen, Baumwolle und Zuckerrüben zwischen 88 und 94 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die GVO-Anbaufläche nahezu gleich geblieben: Im Frühjahr wurde schätzungsweise auf einer Fläche von etwa 67 Millionen Hektar GV-Saatgut ausgebracht.
 
Der Anteil an gentechnisch veränderten Sojabohnen ist leicht von 94 auf 93 Prozent gesunken. Es wird ausschliesslich herbizidresistentes GV-Soja angebaut. Bei Mais ist der Anteil an GV-Pflanzen mit 88 Prozent gegenüber dem Vorjahr unverändert. Da jedoch der Maisanbau in den USA um drei Prozent zugelegt hat, sind auch die mit GV-Sorten bewirtschafteten Flächen um etwa eine Million Hektar gestiegen.
 
In den Zuckerrübenregionen der USA haben die Farmer 2011 GV-Sorten auf einer Fläche von etwa 475.000 Hektar (Anteil 95 Prozent) ausgesät. Ein ähnlicher Anteil sei auch 2012 zu erwarten, zumal die US-Landwirtschaftsbehörde die von Gerichten geforderte Umweltverträglichkeitsprüfung abgeschlossen hat. 80 Prozent des nationalen Raps-Anbaus wird in den USA mit GV-Raps bewirtschaftet.
 
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