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Wirtschaft

USA: Einkommen der Farmer steigt auf Rekordniveau

Externer Autor ,
am
13.12.2010

Washington - Das Nettoeinkommen der Farmer in den Vereinigten Staaten wird in diesem Jahr gegenüber 2009 um 31 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar (61,4 Milliarden Euro) steigen. Das geht aus einem Anfang Dezember vorgelegten Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums hervor.

Die Wertschöpfung des Agrarsektors soll sich um knapp 20 Milliarden Dollar (15 Milliarden Euro) auf 132 Milliarden Dollar (99,3 Milliarden Euro) erhöhen. Beim durchschnittlichen Haushaltseinkommen einer landwirtschaftlichen Familie, einschließlich der nichtlandwirtschaftlichen Einnahmen, wird in diesem Jahr von einer Steigerung um 7,8 Prozent auf 83.194 Dollar (62.570 Euro) ausgegangen.

Konjunkturpaket erfolgreich

Landwirtschaftsminister Tom Vilsack hob angesichts der günstigen Einkommenslage die die Bedeutung der Landwirtschaft für die wirtschaftliche Erholung im Land hervor. "Der Bericht zeigt, dass Amerikas Landwirte und Viehhalter beim Wirtschaftsaufschwung des Landes helfen", betonte der Minister. Eine Kombination von Faktoren habe diese Zahlen ermöglicht. Dazu gehörten auch die erfolgreiche Umsetzung der Farm Bill 2008, des Konjunkturpaketes von Präsident Barack Obama und gestiegene Exporte im Agrarbereich.

Preisausschläge nehmen zu

Wie das Ministerium weiter berichtete, haben die Preisausschläge für landwirtschaftliche Güter und Produktionsmittel in den letzten zehn Jahren zugenommen. So stieg das landwirtschaftliche Einkommen in sechs der letzten zehn Jahre durchschnittlich um 26,6 Prozent. Allerdings mussten die Landwirte in den anderen Jahren, so auch 2009, starke Einbrüche von durchschnittlich 23,5 Prozent hinnehmen.

Steigende Maisnachfrage

Zu den guten Prognosen des Landwirtschaftsministeriums für 2010 tragen vor allem die Aussichten bei Milch und Fleisch bei. So wird in der Milchproduktion von einem Wertzuwachs um 29,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgegangen. Mastvieh soll um 16,4 Prozent im Wert steigen. Der Pflanzenproduktion bleibt aber der größere Teil an der Wertschöpfung. Sie wird voraussichtlich einen Wertzuwachs von 3,3 Prozent erzielen. Die größten Zunahmen werden hier bei Baumwolle, Sojabohnen und Mais erwartet. Die Wertsteigerungen gehen vor allem auf höhere Preise zurück, während die Ernte- und Produktionsmengen in etwa dem Vorjahr entsprechen. Die Pflanzenproduktion soll mengenmäßig insgesamt um 0,6 Prozent fallen.

Bei Soja wurde in diesem Jahr allerdings eine sehr große Ernte eingefahren. Aufgrund einer starken Nachfrage, vor allem aus China, werden Rekordexportmengen erwartet. Auch die Maisverkäufe sollen mit der erwarteten steigenden Nachfrage nach Bioenergie höher ausfallen.

Höhere Erlöse für Schweinefleisch

Bei den Milcherlösen geht das Landwirtschaftsministerium von einer Steigerung um fast ein Drittel aus. Der Milchauszahlungspreis soll nach den starken Einbrüchen im letzten Jahr durchschnittlich um mehr als 3,50 $/cwt (5,73 Euro/100 Kilo) steigen und damit wieder deutlich über 16 $/cwt (26,45 Euro/100 kg) liegen. Die Erlöse für Rinder und Kälber steigen voraussichtlich um 13 Prozent, auch aufgrund der gestiegenen Schlachtungen. Bei Schweinen sollen sie sogar um 26 Prozent höher ausfallen. Grund hierfür sei die stabile Nachfrage nach Schweinefleisch bei gesunkener Produktion, erläuterte das Agrarressort.

Beim Verkauf von Hähnchen werden elf Prozent höhere Erlöse erwartet. Gestiegene Preise und die schrittweise Wiederaufnahme der Exportlieferungen nach Russland seien hier die Gründe. Insgesamt rechnet das Agrarressort mit ein Prozent höheren Mengen bei der Milch- und Fleischproduktion.

Die Direktzahlungen werden voraussichtlich 12,4 Milliarden Dollar (9,3 Milliarden Euro) betragen, etwas mehr als 2009. Während einige Programme im Pflanzenbau und in der Milcherzeugung kleiner ausfallen, werden die Ausgaben im Bereich der Katastrophenhilfe um mehr als das Dreifache auf 2,8 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) steigen.

Pflanzenschutz günstiger

Die Produktionskosten der US-Landwirte sollen in diesem Jahr moderat um zwei Prozent auf 286,6 Milliarden Dollar (215,6 Milliarden Euro) gestiegen sein. Deutlich höher als im Vorjahr fallen die Ausgaben für Treibstoff aus, verbilligt haben sich dagegen die Kosten für Futter-, Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Bei Tierfutter wird eine Verbilligung von zehn Prozent für Sojamehl zu Buche schlagen. Der Durchschnittspreis für Mais wird allerdings voraussichtlich um fünf Prozent steigen. Die Ausgaben für Dünger und Kalk werden in diesem Jahr, nach kontinuierlichen Steigerungen von 2002 bis 2008, nochmals um 10,1 Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar (13,6 Milliarden Euro) sinken.

Ursprünglich war das Agrarressort sogar von einem Minus von 11,5 Prozent ausgegangen. Allerdings stiegen die Produktionskosten und damit die Düngerpreise in der zweiten Jahreshälfte wieder an. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch die benötigten Düngemittel bereits größtenteils bezogen. Niedrigere Preise und eine kleinere Anbaufläche führten auch bei Pflanzenschutzmitteln zu geringeren Ausgaben. Insgesamt erwartet das Agrarressort Kosten von 11,1 Milliarden Dollar (8,3 Milliarden Euro), etwa 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Verbrauch pro Hektar ist dabei leicht angestiegen. (AgE) Umrechnungskurs: ein Dollar =0,7521 Euro

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