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Premiere

USA gibt Gen-Lachs zum Verzehr frei

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Eva Eckinger, agrarheute
am
20.11.2015

Zum ersten Mal darf in den USA ein gentechnisch verändertes Tier auf den Teller. Der Lachs, um den es geht, könnte laut Lebensmittelbehörde ohne besondere Kennzeichnungen verkauft werden.

Wie die amerikanische Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelzulassungsbehörde FDA bekannt gibt, darf in den USA zukünftig ein gentechnisch veränderter Lachs verkauft werden. Durch die genetischen Veränderungen wächst der Salmonide besonders schnell zur Schlachtreife heran. Den Lachs des Unternehmens AquAdvantage gab die Behörde nun offiziell zum Verzehr frei. Auch eine besondere Kennzeichnung sei laut FDA nicht unbedingt nötig. 

Gen-Lachs sei ebenso sicher und nahrhaft

Die US-Lebensmittelaufsicht gab am Donnerstag nach mehrjähriger Untersuchung grünes Licht für den Verzehr des Fisches: "Nach einer umfassenden und gründlichen wissenschaftlichen Prüfung ist die FDA zum Entschluss gelangt, dass der AquAdvantage Lachs als Lebensmittel ebenso sicher und nahrhaft ist, wie jeder nicht-genetisch veränderte Atlantische Lachs."

Turbo-Wachstum dank Hormonen

Auch eine Kennzeichnung sei nicht nötig, werde aber wohl aufgrund der Verbraucherwünsche diskutiert werden. Der "Gen-Fisch" wurde hormonell verändert und wächst aus diesem Grund laut Unternehmen in nur 16 bis 18 Monaten zum Schlachtgewicht heran. Ein unveränderter Atlantischer Lachs benötigt dafür 30 Monate.

Keine Umweltbedenken durch Gen-Lachszucht

Zwar verdrängen Kritikern zufolge weltweit entwischte Zuchttiere den Wildlachs, doch in diesem Fall gibt die FDA keine Umweltbedenken an. Das Unternehmen würde in den landbasierten Zuchtanlagen in Kanada sowie Panama zahlreiche Schutzmaßnahmen ergreifen. Somit sei es sehr unwahrscheinlich, dass der Fisch entkommen und sich in freier Wildbahn ansiedeln könne, heißt es in der Mitteilung der Behörde.

Kritik im eigenen Land und TTIP-Debatte in Europa

Wie Spiegel Online berichtet, hagelte es bereits Kritik von zahlreichen amerikanischen Verbraucherorganisationen. Diese kündigten an, gegen die Entscheidung vorzugehen. In Europa wird die Nachricht im Zusammenhang mit der TTIP-Diskussion betrachtet. Die Einfuhr von gentechnisch veränderten Lebensmitteln aus den USA sorgt vor allem in Deutschland für Unruhe.

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