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Wirtschaft

USA will Rohstoffspekulanten zügeln

lid/pd/ez
am
21.10.2011

Washington - Um Spekulationen mit Rohstoffen zu beschränken, hat die Börsenaufsicht CFTC eine entsprechende Richtlinie verabschiedet. Sie sieht unter anderem Handelsregulierungen für Getreide vor.

Zum Abschluss der Woche konnten die Kurse für die Agrarrohstoffe an der CBoT in Chicago leichte Gewinne verzeichnen. © Rainer Sturm
Die Richtlinie soll den Handel mit Termingeschäften (Derivate) wie Futures und Optionen eindämmen. Kernpunkt des Entwurfs ist die Begrenzung der Anzahl der von einem Händler gehaltenen Kontrakte: Die Richtlinie beinhaltet unter anderem die Vorgabe, dass Unternehmen über Termingeschäfte nicht mehr Zugriff auf über 25 Prozent der kurzfristig lieferbaren Menge eines Rohstoffes erhalten dürfen. 28 Rohstoffe - darunter Öl, Metalle, Zucker und Getreide - sind davon betroffen.

Viel Kritik für Regulierungsversuch

An der Wallstreet sorgte die neue Richtlinie erwartungsgemäß für wenig Begeisterung. Einige Gegner der Richtlinie bestreiten einen Zusammenhang zwischen Finanzwetten und Rohstoffpreisen. Einige Ökonomen  teilen diese Ansicht, die Mehrheit der Experten vertritt inzwischen allerdings die Auffassung, dass ein mehr an Spekulationen die Preisausschläge an Rohstoffmärkten verschärft hat.
 
Anderen geht die neue Richtlinie nicht weit genug. Der linksgerichtete Senator Bernie Sanders sagte nach Angaben der Süddeutschen Zeitung, mit der vorgesehenen Obergrenze ließe sich "wenig oder gar nichts" erreichen.
 
Weltweit sind die Preise für viele Grundnahrungsmittel im vergangenen Jahr um ein Drittel gestiegen. In Kraft treten soll die Richtlinie im kommenden Jahr. Der CFTC-Chef Gary Gensler erhofft sich dadurch eine Beruhigung der Preisentwicklung.
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