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Dorf und Familie

User über Weizenpreise, Rewe und ein Gerichtsprozess

Matthias Ludwig
am
14.08.2015

Die Topthemen der Woche in unserer Community: Wie sieht der Stand der Ernte aus? Was bedeutet die neueste Ankündigungen von Rewe und was ist vom Prozess um einen getöteten Veterinärbeamten zu halten?

Getreideernte 2015
 
tiegerle fragt: "Wie sieht's bei euch aus? Bei uns ist alles weg. Wie liegen die Preise ab Ernte bei euch beim Agrarhandel... 14€ bei Gerste und 15€ für A Weizen. .. Gruß aus Bayern"
 
Rottalboy meint: "15€+Märchensteuer für Futterweizen" und Gundermann2 schreibt am letzten Samstag: "Von 800 stehen noch 500ha. Preise: Br.-Roggen 135€/to, Tritikale 137€/to Gerste, 155€/to Raps 365€/to, A-Weizen 175€/to, B-Weizen 168€/to, C-Weizen 160€/to - alles ohne Märchensteuer Durchschnitt der letzten 3 Tage."
 
Darauf antwortet Notill: "Na dann hoffen wir doch mal, daß bei uns die Preise auch zur Realität finden dürfen, sobald die Baywa abgerechnet hat..."

Rewe fordert mehr Tierwohl von seinen Lieferanten

Die agrar_heute_redaktion stellt einen ihrer Beiträge zur Diskussion: "Nach Aldi gab gestern nun auch Rewe bekannt, zukünftig nur noch Fleisch von Schweinen zu verkaufen, die unter Betäubung kastriert wurden. Weitere "Nachhaltigkeits"-Maßnahmen sollen folgen. Was meint ihr dazu?" 
 
240236 schreibt: "Gar nichts. Das sind alles nur Lippenbekenntnisse um den Verbraucher wieder etwas vorzugaukeln. Daß aber mehr Tierschutz auch Geld kostet von dem steht nichts und das möchte man dem Verbraucher nicht sagen, sonst käme er vielleicht auf den Gedanken, daß er mehr Geld ausgeben muß" 
 
Und Kartoffelbluete meint: "Solange die Aldi`s, Lidel`s und wie Sie alle heißen, Nahrungsmittel für Lockangebote im Preis so runterhauen, wie sie es in letzter Zeit mit Fleisch und Milchprodukte wieder praktizieren, würde ich, wenn ich BV wäre, die ganze Tierwohlgeschichte medienwirksam aufkündigen!!!! und erst wieder einsteigen, wenn sie sich vertraglich verpflichten, das künftig Rabattschlachten mit Nahrungsmittel unterbleiben. Den die Achtung und Wertschätzung von einem Produkt muss sich auch im Preis wiederspiegeln!"
 
Biobauer bringt es auf den Punkt: "Für mich hört sich das so an, wie zukünftig diese Tierwohlsachen einfach Standard ohne jedwede Vergütung sein werden. War eigentlich klar, bloss ich hätte nicht gedacht, das sie so schnell die Daumenschrauben anziehen"
 
passend zum Thema:
Aufreger: Rewe profiliert sich auf Kosten der Erzeuger

Veterinärbeamter getötet: Landwirt vor Gericht

Auf die Aussage von Cowboy66 in einem Kommentar zum agrarheute-Artikel: "Jeder Tierhalter der die Kapriolen der Veterinärämter kennt, kann die Reaktion dieses Mannes nachvollziehen. Ich denke, daas er den Tod des Veterinäramtsmitarbeiters nicht wirklich gewollt hat. Aus eigener Erfahrung kenne ich zu genüge, diese rechthaberischen Auftritte von solchen "'Fachleuten". Im Halbdunkel des Stalls bei sommerlichen Lichtverhältnisen, wird Blau-Grüne Wickelfolie bei einem Heulageballen als Schimmel eingestuft!" gab es von den Landliveusern heftige Gegenwehr: 
 
Fuchsfrau schreibt: "Meine Erfahrung ist, daß sämtliche Kontrolleure, egal ob von Veterinäramt oder sonstigen Institutionen, zwar bisweilen pingelig in einzelnen Dingen waren, die ich nicht ganz so gesehen habe, aber richtig Ärger oder größere Unstimmigkeiten gab es nie. Liegt aber vielleicht auch daran, daß wohl im großen und ganzen alles in Ordnung ist und ich versuche, normal und freundlich mit ihnen umzugehen, schließlich ist es einfach deren Job und die haben auch das Damoklesschwert "Nachprüfung" im Rücken. Und zu dem Bericht: Ja, ich kann nachvollziehen, wie es zur Reaktion kam, weil er einfach nicht damit klar kam, daß die Rinder wegkamen, aber: DA WURDE JEMAND GETÖTET!!! Dafür gibt es keine Entschuldigung!"
 
christiannds meint: "Ähm, ne?!!! Wir leben doch nicht im lauen Westen Das ist Unentschuldbar, fertig aus." Auch Gradroger stimmt zu: "Kann ich nur in vollem Maße zustimmen und mein Beileid aussprechen! Niemand sollte aufgrund seines schlecht angesehen Berufes sterben und dann danach auch noch gesagt werden, dass es ihm recht geschähe..."

Gewollter schlechter Milchpreis?

fury007 hat eine Theorie: "Was mir in den letzten Wochen so durch den Kopf gegangen ist, bei den miesen Milchauszahlungspreisen. KÖNNTE es nicht auch irgendwie sein, das es so gewollt ist, das erstmal ein haufen Milchbauern über den Jordan gehen. Der Vorteil wäre doch, das dann Flächen frei werden die ab 2016 von den Biogasanlagen gepachtet oder gekauft werden können (von den Banken). Vor einiger Zeit stand mal irgendwo, das allein in Niedersachsen ca. 200.000 ha Land fehlen, wenn die 170 kg Regelung auch für die Biogasanlagen gelten UND dann kommt noch der Minister Meyer, der ca. 100.000 ha Moor aus der landwirtscahftlichen Erzeugung nehmen möchte. Somit wäre das doch "perfekt", wenn nur noch die 25% besten Betriebe übrigbleiben."
 
Blasi antwortet: "Man liest immer, es liegt an der Marktlage, einfach zuviel da. Ich glaube nicht, dass das jemand bewußt herbeiführen will. Aber über schlechte Preise reg ich mich nicht mehr auf, hilft nichts und raubt einem nur den Schlaf."
 
Auf die Aussage von Mett: "Die Kammern haben doch gepredigt die Milchbauern sollen aufstocken. Und der Verband der Agrokonzerne (DBV) predigt schon seit Ewigkeiten "wachsen oder weichen" antwortet DWEWT: "Warum war/ist das Wort der Kammern ein Evangelium? Die Kammern können nur Rat geben. Ob die Umsetzung dieses Ratschlags sinnvoll ist, muss der Unternehmer selbst entscheiden. Jawohl, der Unternehmer muss entscheiden! Dass damit viele unserer Kollegen heillos überfordert sind, belegen die vielen Schuldzuweisungen von Berufskollegen, an die Berater. Aber es ist ja auch so schön einfach, wenn man nicht selbst Schuld ist, an der eigenen Misere. Übrigens, bei "wachsen oder weichen", scheinen die meisten Bauern nur "wachsen" zu lesen. Es wird höchste Zeit, dass einige Landwirte erkennen, dass ihre Option im "weichen" besteht."" 

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