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Politik national

VDAJ: Milchpreis-Veröffentlichungsverbot berührt Pressefreiheit

von , am
05.08.2011

Der Verband Deutscher Agrarjournalisten wendet sich gegen die Vorgaben des Kartellamtes, wonach aktuelle Milchauszahlungspreise nicht mehr veröffentlich werden dürfen.

Deutschland war von 2009 bis 2010 in vielen Bereichen Spitzenreiter. © Mühlhausen/landpixel
Entsprechende Angaben müssen laut einem sogenannten Fallbericht der Behörde mindestens sechs Monate alt sein. Der VDAJ sieht dadurch die Berichterstattung über die Milchmärkte stark eingeschränkt. "Letztendlich berührt das Verbot auch die Pressefreiheit", so die VDAJ-Vorsitzende Katharina Seuser.
 
Zur Berichterstattung über Molkereiunternehmen gehöre selbstverständlich auch der aktuelle Milchauszahlungspreis. Er kennzeichne insbesondere bei den genossenschaftlichen Molkereien noch stärker als andere betriebswirtschaftliche Zahlen die Leistungsfähigkeit der Unternehmen.

Keine aussagekräftigen Berichte möglich

Aussagekräftige Berichte seien mit der Vorgabe des Bundeskartellamtes nicht mehr möglich, und die Arbeit der Agrarjournalisten werde eingeschränkt, so Seuser. Der VDAJ ist darüber erstaunt, dass das Kartellamt sich gegen Markttransparenz wende, da diese doch für funktionierende Märkte sorge. "Es ist gerade die Arbeit der Agrarjournalisten, für Transparenz auf den landwirtschaftlichen Märkten zu sorgen." Diese Arbeit werde von den Landwirten, die das Bundeskartellamt nun vermeintlich schützen will, sehr geschätzt. Von daher sei die Argumentation der Behörde nicht nachzuvollziehen.
 
Der VDAJ kündigte an, die laufenden Gespräche zwischen der Branche und dem Kartellamt über die Einschränkungen zu verfolgen und sich weiter für eine ungehinderte Berichterstattung einzusetzen.
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