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Veganes Interesse an Tierhaltung und minderwertige Lebensmittel

Schweine
Matthias Ludwig
am
10.03.2017

Wie sollte man als Tierhalter auf die Anfrage eines veganen Magazins reagieren? Liefern Markenhersteller unterschiedliche Qualitäten in die europäischen Länder? Und ist in NRW wirklich noch Platz für Gülle?

Drehtermin konventioneller Schweinestall

Die Anfrage eines Journalisten, der im Forum Landwirte sucht, die ihre Tierhaltung für eine Reportage vorstellen, sorgte vergangene Woche für eine kontroverse Diskussion. Denn die Reportage ist für ein veganes Magazin. DanielSchneider schreibt: "Als freier Journalist drehe ich zusammen mit einem Kollegen eine Reportage zum Thema "Landwirtschaft im Umbruch". Dabei wollen wir Landwirte zu Wort kommen lassen und auch die konventionelle Landwirtschaft zeigen und fragen: "Wie werden Tiere in Deutschland gehalten?". Gern würden wir dazu in einem konventionellen Schweinemast-Betrieb filmen und unsere Fragen stellen. Deswegen suchen wir Schweinehalter, die uns Einblick in ihrem Betrieb gewähren würden. "

Fuchsfrau reagiert wie folgt: " Naja, der Unterschied zwischen "echten" und "konventionellen" Landwirten und das Ganze für ein Veganmagazin lässt dann ja schon mal deutlich werden, wohin die Berichterstattung führen soll... na danke "

Und Ali antwortet: "Doch doch, Veganer haben ein Recht darauf zu erfahren, wie Tiere in Deutschland gehalten werden. Dazu sollten sie eine landwirtschaftliche Ausbildung machen, damit sie das richtig verstehen. Mit einer kurzen Reportage durch sachunkundige Veganer ist da schnell ein falsches Bild erstellt. Das bringt mehr Schaden als Nutzen für die Tierhalter. Den Bock zum Gärtner machen geht nie gut."

JW spekuliert: "Es kann natürlich schon auch sein, dass es tatsächlich ein Film werden soll, in dem man die Situation darstellen will: „die Notsituation der konventionell arbeitenden Tierhalter“ Hamsterrad  => Massenproduktion, angewiesen auf Export, Überproduktion, schlechte Preise, Wachstumszwang. Über die Bio-Schienen dann Richtung vegane Tierhaltung (à la Fendt), bis hin zur Aufgabe der Tierhaltung, um eben so ein breiteres Publikum ansprechen zu können. Die ewigen Skandalfilmchen will doch auch keiner mehr und bringen in der Sache auch nicht wirklich den Durchbruch, die Leute gewöhnen sich daran. Und da wird halt jetzt ein Landwirt gesucht, der nicht mehr klar kommt und aus der Bahn fliegt. "
Drehtermin konventioneller Schweinestall

Minderwertige Markenlebensmittel in Osteuropa noch schlechter als hier

Mit dieser Schlagzeile wendet sich Tuxo ans Forum: "Wenns nicht zum Lachen wär, wäre es fast zum weinen. Meine Empfehlung nicht nur an die Visegradstaaten: laßt den Mist einfach in den Regalen liegen. [www.heise.de] "

Auf die Aussage von 240236: "Das ist aber nichts Neues. Das Traurige ist, dass sich das die Industrie leisten kann." meint JW: "Die Industrie produziert, was sie verkaufen kann. Dort wird eher der Handel Druck ausgeübt haben.
Auch die Visegrad-Staaten, also Polen, Tschechien, Ungarn und die Slowakei, sind inzwischen fest in der Hand von Carrefour, Lidl, Aldi und Edeka."

DWEWT meint: "Solange die abgeschwächte Qualität der westeuropäischen Produkte noch höher ist, als die der inländischen osteuropäischen Waren, gibt es daran nicht wirklich etwas zu kritisieren. Außerdem stellt sich die Frage des Preises. Zahlt man in Osteuropa den westeuropäischen Preis? Oder subventionieren wir, wie bei den Autos, den Konsum dort noch mit? "
Minderwertige Markenlebensmittel in Osteuropa noch schlechter als hier.

"In NRW ist noch Platz für Gülle"

katharinas reagiert auf ein Interview von Johannes Röhring, welches er der Neuen Westfälischen gegeben hat: ""In NRW ist noch Platz für Gülle." Na das ist ja mal eine Ansage! Immer schön weiter ohne Fläche große Ställe bauen und irgendwo kleineren Betrieben, die sich die Mühe machen auf schwierigeren Standorten zu wirtschaften, das Leben schwer machen! Passt auch alles super zur Initiative Nachhaltigkeit, weil unsere Bevölkerung das so super und so nachhaltig findet, wenn der große LKW mit Gülle ein paar hundert Kilometer weit fährt. Und die Lösung, wie man weiter für große Wachstumsbetriebe Wachstumschancen schafft, wird auch gleich mitgeliefert: Der Bürokratieaufwand für kleinere Betriebe ist erheblich "

Darauf antwortet Rough_Rider: "Wenn es die "kleinen" Bauern mit Reserven schlau angehen, könnten sie eine gute Summe verdienen mit der Abnahme dieser Gülle. "

Und nurich meint: "Landwirte wollen sich oft Unternehmer nennen und da sind Wirtschaftlichkeit und Effizienz nun mal zwei maßgebliche Faktoren. Ansonsten muss man auch dazu stehen, dass man Landwirtschaft nur aus Liebhaberei betreibt (ok, bei manchen kommt auch nur Missgunst dazu). Zur ordentlichen Wahrnehmung kann ich deine Meinung auch nicht teilen. Da der durchschnittliche Deutsche doch mehr nach dem Motto 'aus dem Auge aus dem Sinn' lebt, sind für die Masse doch wohl weniger, dafür intensivere Standorte nicht nachteilig. Und für die regional Angehauchten bleibt der breite Platz für Produktion für die exklusivere Vermarktung."
"In NRW ist noch Platz für Gülle"

In Bildern: Schweine richtig mästen

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