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Verbotene Reparatur, Open Source Saatgut und Tobinambur Pflanzgut

John Deere 8295RT
Matthias Ludwig
am
28.04.2017

Darf man seine Traktoren in Zukunft nicht mehr selber reparieren? Was ist vom Open Source Saatgut zu halten? Und woher bekommt man Tobinambur-Pflanzgut?

John Deere will Bauern verbieten, ihre eigenen Fahrzeuge zu reparieren

Gundermann2 stellt einen Artikel zur Diskussion, in dem die Situation von US-Landwirten beschrieben wird, die einen John Deere gekauft haben: " Mal davon abgesehen, dass bei einigen technischen Defekten eh nicht mehr selbst "Hand angelegt" werden kann, halt ich den Artikel für sehr bemerkenswert "

DWEWT meint dazu: " Nach dem hier reklamierten Recht, sind die Fahrzeuge nicht Eigentum der Besitzer. Wenn ich etwas nur besitze, sind meine Verfügungsrechte über die Besitzsache allerdings auch eingeschränkt. Fragt sich nur, ob JD dieses Recht international an seine Produkte binden kann. Man muss ja keine JD-Produkte "kaufen". "

Und Musikustom schreibt: " Gebaut werden sie ja schon so, dass man nichts mehr reparieren kann - vielleicht nur noch Kleinigkeiten. Aber dann wird es teuer. Es wäre gut, denen nichts mehr abkaufen zu müssen, denn so bleiben sie auf ihren Fahrzeugen sitzen. Dann können tun, was sie wollen. Ja gut, ein bisschen Zeit habe ich ja noch, bis es so weit ist. "
John Deere will Bauern verbieten, ihre eigenen Fahrzeuge zu reparieren

Open Source Saatgut

Tuxo fragt: " Brauchen wir Open Source Saatgut, um nicht von einer Handvoll Konzernen abhängig zu werden? Ich meine, dass das eine unterstützenswerte Sache ist, auch wenn die Lage in Deutschland bei den Ackerbaukulturen noch einigermaßen in Ordnung ist. [www.deutschlandfunk.de] Als Antwort auf die wachsende Privatisierung von Saatgut haben Pflanzenzüchter, Agrarwissenschaftler und Juristen eine neue Lizenz für Open-Source Saatgut entwickelt. Damit wolle man versuchen, das Geschäftsmodell der großen Konzerne zu stören, sagte Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forum Umwelt und Entwicklung, im DLF."

DerStorch antwortet: " Eine generelle Aussage ist dazu noch nicht möglich. Außerdem ist das Modell, selbst in der (vergleichsweise kleinen) Ökozüchtung, äußerst umstritten. Zitat: "Eine derartige Open-Source Lizenz auf anerkannte Sorten würde dann alternativ zum Sortenschutz angewandt. Ob dadurch das Züchterprivileg (d.h. die Nutzung zugelassener Sorten für eigene Züchtungszwecke ohne Bewilligung durch den Sorteninhaber) eingeschränkt würde, ist rechtlich umstritten. Auf jeden Fall würde ein Saatgutbereich in der Domäne der Gemeingüter geschaffen, der für private Pflanzenzüchtung nicht zugänglich ist. Diese Einschränkung wird unter den Öko-Züchtern sehr kontrovers beurteilt." Anspruch und Wirklichkeit stehen für mich hier in keinem Verhältnis. Die Realität sieht zumindest in Deutschland anders aus. "

Und altilla schreibt: " Ich glaube, dass diese Lösung ein untaugliches Mittel ist. Das Problem ist doch nicht der Sortenschutz in Deutschland oder in anderen Ländern, sondern das Patentrecht, dass die Züchterprivilegien aushebelt. Hier muss man ansetzen. Was vielleicht auch noch sinnvoll wäre: Verbesserungen für Sorten, deren Schutz ausgelaufen ist. Hier ist das Sortenschutzgesetz und Saatgutverkehrsgesetz strenger als das Patentrecht. "
Open Source Saatgut

Tobinamburpflanzgut

Kartoffelbluete schreibt: " Hat jemand eine Ahnung bzw. kennt jemand eine Bezugsquelle für Tobinamburpflanzgut? Ich würde gerne 0,5 ha anlegen. "

Orest meint: " Gibt es im Internet, aber meist nur in kleinen Mengen angeboten. Hatte ich mal vor fünf Jahren. Was mich interessiert: Willst du die Erträge - meist erst im zweiten Jahr - dann vermarkten? "

Loorper gibt einige Tipps: " Wir haben in diesem Jahr Knollen gesammelt. Auf einer Fläche von ca. 0,5 ha, welche als Wildacker dient, durften wir zwei Schubkarren voll absammeln und haben die bei uns im Revier wie Kartoffeln wieder ausgelegt. Das Zeug soll sich ja vermehren wie Unkraut. Mir wurde abgeraten, die Knollen im Garten auszubringen. Die bekommst du da nie wieder raus. Für die Folgejahre wurde mir gesagt, dass man im Frühjahr die Fläche einfach grubbert und dann die Knollen absucht. Es bleibt genug im Boden für den bestehenden Wildacker. Mit dem abgesuchten Knollen kann man andere Ecken im Revier beglücken. Solltest Du es als landwirtschaftliche Frucht nutzen wollen, da Sie ja als Süßkartoffel verkauft werden, würde ich mir über den Landhandel vernünftigen Saatgut besorgen. Denn auch bei den Wildackerknollen gibt es unterschiedliche Sorten. Beispielsweise welche, an die keine Sauen und kein Rehwild rangehen. "
Tobinamburpflanzgut

 

Traktoren: Die neue 6R-Serie von John Deere

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