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BfR-Umfrage

Verbraucher: Qualität von Lebensmitteln nimmt ab

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Anke Fritz, agrarheute
am
02.03.2016

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Verbraucher zum Thema Pflanzenschutzmittel befragt. Zwei Drittel der Bevölkerung glauben, dass beim Einsatz von Pflanzenschutz die Risiken den Nutzen überwiegen.

Werden bei der Herstellung von Lebensmitteln Pflanzenschutzmittel eingesetzt, haben diese Produkte bei Verbrauchern einen schlechten Ruf. Das bestätigt eine im Februar 2016 im Auftrag des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) durchgeführte, repräsentative Umfrage. Fast die Hälfte der Befragten nimmt an, dass die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln insgesamt abnimmt. Dafür werden Pflanzenschutzmittel und die Industrialisierung der Landwirtschaft verantwortlich gemacht.

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln: Erlaubt oder nicht?

Das Ergebnis der Befragung von rund 1.000 repräsentativ ausgewählten Personen zeigt laut BfR, dass die Fehlannahme, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln seien in Lebensmitteln generell nicht erlaubt, nach wie vor weit verbreitet ist. Auch ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland der Meinung, dass Lebensmittel, die unter der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln hergestellt werden, eher giftig, aber preiswert seien, während Lebensmittel, bei deren Produktion auf Pflanzenschutzmittel verzichtet wird, als gesund und schmackhaft, aber teuer gelten.

Rückstände von zugelassenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffen in Lebensmitteln sind jedoch bis zum erlaubten Rückstandshöchstgehalt zulässig und gesundheitlich unbedenklich.

 

Verbraucher informieren sich in den Medien

Das BfR fühlt sich durch die Umfrage in der Annahme bestätigt, dass Verbraucher ihr Wissen über Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln hauptsächlich aus den Medien beziehen. So gaben 70 Prozent der rund 1.000 Befragten an, in den letzten zwei Jahren etwas über das Thema in den Medien gelesen, gesehen oder gehört zu haben. Allerdings erinnert spontan nur knapp die Hälfte davon, welche Themenfelder in den Beiträgen angesprochen wurden. Bei einem Viertel ist das Thema Pflanzenschutzmittel nur allgemein und diffus präsent, ein weiteres Viertel der Befragten kann sich an Inhalte gar nicht erinnern. Lediglich neun Prozent erinnern sich an Beiträge, die ein Risiko für die Gesundheit zum Thema hatten.

 

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln werden kritisch bewertet

Die Frage nach dem Verhältnis von Nutzen und Risiko des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln bei der Lebensmittelproduktion beantworten zwei Drittel damit, dass die Risiken den Nutzen überwiegen. Eine deutliche Mehrheit von 65 Prozent gibt daher auch an, dass sie Lebensmittel vermeiden, wenn sie wissen oder vermuten, dass sie Pflanzenschutzmittelrückstände enthalten. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln werden also von den Befragten mehrheitlich kritisch betrachtet, berichtet das BfR weiter.

agrarheute meint:

Fakt ist, dass die Publikumsmedien einen großen Einfluss auf die Meinungsbildung der Verbraucher haben. Bei landwirtschaftlichen Themen wird außerhalb der Fachpresse oft einseitig berichtet und nicht umfassend aufgeklärt. Bestes Beispiel war die Meldung der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen über Glyphosat in der Muttermilch, die vor allem stillende Mütter verunsicherte.

agrarheute hat es sich zur Aufgabe gemacht, umfangreich aufzuklären und vor allem neutral zu berichten, sodass unsere Leser über alle Fakten informiert sind. So haben wir damals über das Untersuchungsergebnis der Grünen berichtet, aber gleichzeitig über das Thema aufgeklärt, sodass der Leser die Ergebnisse einordnen konnte. Mit unserer Arbeitsweise wollen wir dazu beitragen, dass der Leser sich eine eigenständige Meinung zu den Themen der Landwirtschaft bildet.

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