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Ernährung und Gesundheit

Verdacht auf erneuten Lebensmittelskandal

Externer Autor
am
08.11.2013

Neben dem aktuellen Fund einer Gammelfleisch-Lieferung an einen Ferienpark in Rheinland-Pfalz, wird auch in Niedersachen gerade gegen ein fleischverarbeitenden Betrieb ermittelt.

Die Serie der Meldung über Missstände in der Fleischindustrie reißt nicht ab. Nach dem zufälligen Fund einer LKW-Lieferung mit verdorbenem Fleisch, das für einen deutschen Ferienpark bestimmt war, wird nun auch in Niedersachsen einem ähnlichen Fall nachgegangen. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen einen fleischverarbeitenden Betrieb im Landkreis Grafschaft Bad Bentheim. Auch hier wieder der Verdacht: gewerbsmäßiger Betrug, falsche Kennzeichnung und verdorbene Rohware.

Mangelnde Kennzeichnung

Der Firma auf die Spur kam man wegen des Verdachts auf Urkundsdelikte, gefälschte Veterinärzeugnisse sowie Kennzeichnungsverstöße, wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium berichtet. Dabei geht es vor allem um sogenanntes Separatorenfleisch, das nicht gekennzeichnet war. Bei Separatorenfleisch handelt es sich um am Knochen verbliebenes Restfleisch, das abschließend maschinell gelöst wird. Es muss immer deutlich als solches ausgewiesen sein.

Durchsuchungen und Proben

Im Juni und Oktober fanden Untersuchungen des Betriebs statt, wobei bereits bei der ersten im Wareneingangsbereich Hinweise auf verdorbene Rohware entdeckt wurden. Hier ist jedoch unklar, ob die Rohware tatsächlich für die Produktion von Lebensmitteln vorgesehen war. Zudem wurden bereits zuvor fünf Proben entnommen. Vier davon waren laut Staatsanwaltschaft Oldenburg zur Verarbeitung als Lebensmittel nicht geeignet.

Warten auf Ermittlungsergebnisse

Derzeit wird der Sachverhalt vom Veterinäramt des Landkreises, dem Verbraucherschutzministerium sowie dem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) überprüft. Auch eine Lieferanten- und Kundenliste des Betriebes wurde angefordert, die umgehend an die Behörden in anderen Bundesländern weitergegeben werden soll, so Christian Meyer, Niedersachsens Verbraucherschutzminister. Die Beweislage sei jedoch sehr schwierig, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft meinte. Die endgültigen Ergebnisse bleiben also abzuwarten. Noch darf der Betrieb jedoch weiter produzieren, da bisher keine derart weitreichenden Rechtsverstöße nachweisbar waren, die ein drastisches Vorgehen wie eine Betriebsschließung rechtfertigen würden.

Neue Task-Force Verbraucherschutz für Niedersachen

Niedersachen zieht nach den aktuellen Fleischskandalen nun Konsequenzen und erweitert den Aufbau einer landesweiten "Task-Force Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit". Ab 2014 sollen zahlreiche anonyme Beratungs- und Meldestellen geschaffen werden. Ziel ist es, Missstände in der Billigfleisch-Industrie schneller aufzudecken und den Schutz der Verbraucher zu stärken. "Das ist ein wichtiger Schritt, um dort hinzuschauen, wo es nötig ist. Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben einen Anspruch auf ein hohes Schutzniveau und eine für sie handelnde Landesregierung", so Meyer.
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