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Wirtschaft

Verfälscht Förderung Forschungsergebnisse?

AgE
am
09.01.2014

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung ist "bedenklich" gestimmt. Hintergrund sind auffällig abweichende Studienergebnisse - je nachdem ob Unternehmen die Studien gefördert haben oder nicht.

Wissenschaftliche Ergebnisse von Studien, die von Unternehmen gefördert wurden, beinhalten laut aktuellen Untersuchungsergebnissen des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) "möglicherweise Ungenauigkeiten".
 
Das zeige eine Auswertung von systematischen Übersichtsarbeiten zum Thema "Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke und Übergewicht", berichtet das DIfE.

Komplett unterschiedliche Schlussfolgerungen

Gut 83 Prozent (%) der insgesamt elf untersuchten Arbeiten, die ohne die Unterstützung von Unternehmen erstellt worden seien, hätten als Ergebnis, dass ein hoher Konsum zuckerhaltiger Getränke direkt mit einer Gewichtszunahme oder Übergewicht verbunden sei.
 
In den zusammen sechs Arbeiten, die von Unternehmen unterstützt gewesen seien, habe sich ein ganz anderes Bild gezeigt. Hier sei in ebenfalls 83 % der Studien festgestellt worden, dass kein Zusammenhang zwischen einem hohen Verzehr zuckerhaltiger Getränke und einer Gewichtszunahme oder Übergewicht bestehe.

Ergebnisse stimmen DIfE "bedenklich"

"Obwohl unsere Untersuchung nicht darauf ausgerichtet war zu klären, welche Interpretation der verfügbaren Daten richtig ist, stimmen die Ergebnisse uns doch bedenklich, da sie annehmen lassen, dass finanzielle Interessenkonflikte die Schlussfolgerungen einer Übersichtsarbeit beeinflussen können", erklärte Matthias Schulze vom DIfE.
 
Für die Analyse habe das Institut gemeinsam mit der Universität Navarra in Spanien alle in den Literaturdatenbanken PubMed, Cochrane und Scopus aufgeführten systematischen Übersichtsarbeiten miteinander verglichen, die seit Gründung der Datenbanken bis zum 31. August 2013 zum Thema "Konsum zuckerhaltiger Getränke und Übergewicht" erschienen gewesen seien.
 
Aus den Manuskripten seien zunächst alle Hinweise auf die Finanzierung entfernt worden. Im Anschluss hätten zwei Wissenschaftler unabhängig voneinander die Studien hinsichtlich ihrer Ergebnisse untersucht. Die Analyse ist jetzt in der Fachzeitschrift Plos Medicine erschienen.  
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