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Umwelt

Verheerender Unfall: Bioethanol verseucht Gewässer

© NABU/Volker Leipzig
von , am
18.09.2015

Rund eine Million Liter Ethanol liefen ungehindert in den Fluss Peene und verursachten ein Fischsterben von massivem Ausmaß. Nun besucht Minister Backhaus das betroffene Gebiet in Vorpommern.

Tausende Fischkadaver schwammen in der Peene. Die Tiere waren ersten Ermittlungen zufolge erstickt. © NABU/Volker Leipzig
Über drei Tage lang ist aus einer Zuckerfabrik bei Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wohl Bioethanol in den Fluss Peene gelaufen, wie der NDR berichtet. Die Substanz gelangte über die Kanalisation in das Gewässersystem. Tausende Tiere starben an den Folgen.
 
Wann sich die Peene von diesem verheerenden Unfall erholen wird, sei noch unklar. Derzeit wird geprüft, wie die Flüssigkeit entweichen konnte. Das Unternehmen wollte auf Anfrage von agrarheute.com keine Stellungnahme zu dem Vorfall abgeben.

Tausende Fischkadaver entdeckt

Touristen meldeten die ersten toten Fische, die sie im Naturpark "Flusslandschaft Peenetal" beobachtet hatten. Die Anzahl sterbender Hechte, Zander, Barsche und anderer Süßwasserfische nahm rasch zu. Im Anklamer Stadthafen schwammen bald Tausende von Kadavern. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Es müssten zuerst die Wasserproben analysiert und geprüft werden, ob die eingeleitete Flüssigkeit tatsächlich die Ursache gewesen sei.

Naturkatastrophe: Aufklärung gefordert

Das Gewässersystem des Naturparks Peenetal ist auf mehreren Kilometern betroffen. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) fordert gegenüber dem NDR eine lückenlose Aufklärung: "Es muss jetzt bis ins letzte Detail alles untersucht werden, damit so etwas nicht wieder passieren kann".

Minister besucht Ort des Geschehens

Minister Backhaus besuchte bereits die Hansestadt Anklam und machte sich ein Bild von den Folgeschäden: "Was hier passiert ist, darf nicht noch einmal geschehen. Wir müssen jetzt gemeinsam einen Weg finden, damit nach dem Fischsterben in der Peene kein nachhaltiger Schaden für die Umwelt, die Stadt und die gesamte Region entsteht."

Gülleunfall in Thüringen

Die Feuerwehr kämpft unermüdlich gegen die Güllemassen. © Maike Scholz/Ostthüringer Zeitung
Seit Dienstag um sieben Uhr morgens ist sie im Einsatz. © Maike Scholz/Ostthüringer Zeitung
Die braune Brühe muss raus aus dem Gewässer. © Maike Scholz/Ostthüringer Zeitung
Es drohen enorme Umweltschäden. © Maike Scholz/Ostthüringer Zeitung
Zehn Stunden täglich sind die Mitarbeiter vor Ort. © Maike Scholz/Ostthüringer Zeitung
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Eine Feuerlöschkreiselpumpe ist im Einsatz. © Maike Scholz/Ostthüringer Zeitung
Das verschmutze Wasser wird auf naheliegende Felder gepumpt. © Maike Scholz/Ostthüringer Zeitung
Es sind auch Langzeitfolgen zu befürchten. © Maike Scholz/Ostthüringer Zeitung
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