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Verliert dieser Landwirt bald Hof und Acker?

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am Samstag, 12.02.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Dem Braunkohleabbau im Rheinland sind schon viele Dörfer zum Opfer gefallen. Als nächstes ist Lützerath an der Reihe – doch hier leistet Ackerbauer Eckardt Heukamp Widerstand.

Eckardt Heukamp kann schon nicht mehr sagen, wie viele Interviews er in den letzten Wochen gegeben hat. Denn er ist zu einer Galionsfigur der Klimabewegung geworden. Sein Hof droht Opfer des Braunkohleabbaus zu werden.

Seit mehr als 120 Jahren gräbt der Energiekonzern RWE AG in Nordrhein-Westfalen nach Braunkohle. Im Abbaugebiet Garzweiler zwischen Mönchengladbach, Heinsberg und Jüchen fördert das Unternehmen jährlich 35 Mio. t Braunkohle. Dem Abbau mussten auf über 30 km² Wälder und Felder weichen, sogar die Autobahn 61 wurde verlegt. Weichen müssen auch die Dörfer, die dem Tagebau im Weg stehen. Otzenrath, Borschemich und viele weitere sind bereits weg. Immerath ist nur noch ein Fleck auf der Landkarte, nachdem alle Häuser und die Kirche abgerissen wurden und der Schaufelbagger sich an das Dorf heranfrisst. Und in Lützerath, keine 200m vom Tagebauloch entfernt, leistet ein einzelner Landwirt erbittert Widerstand.

Schon einen Hof verloren

Eckardt Heukamp ist hier aufgewachsen. Ein paar Jahre hatte er einen anderen Hof im nahe gelegenen Borschemich bewirtschaftet. Aber Borschemich gibt es nicht mehr, auch hierher kam der Tagebau. Damals hat sich Heukamp mit dem Energieriesen geeinigt, Hof und Flächen verkauft. Die RWE bietet Ausgleichflächen und -zahlungen an, die kein schlechtes Geschäft wären. Aber nochmal weichen, nochmal alles aufgeben? Das will er nicht.

Urteil wird in diesen Tagen fallen

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Das Verwaltungsgericht Aachen hat die Enteignung durch RWE bereits für rechtmäßig erklärt. Heukamp hat Beschwerde eingelegt, diesmal beim Oberverwaltungsgericht Münster. Den Ausgang des Verfahrens erwartet er in diesen Tagen mit Bangen. Vor allem geht es um eine Besitzanweisung: Entscheiden die Richter gegen ihn, darf die RWE beginnen, seinen Hof abzureißen, obwohl Heukamp noch der Eigentümer ist.

David gegen Goliath

„Ich bin der letzte Ureinwohner Lützeraths“, sagt Heukamp und lacht. Alle anderen sind längst weggezogen. Dafür wohnen hier nun viele Klimaaktivisten: Die Bündnisse heißen Ende Gelände, Klimacamp Rheinland, Aktion Alle Dörfer bleiben oder Mahnwache Lützerath. Auch Die Bewegung Fridays for Future war hier aktiv, Luisa Neubauer macht sich auf Twitter für Lützerath stark.

Heukamps Kampf ist ein Kampf gegen die Zeit. Wer wird schneller sein – der Bagger oder der Braunkohleausstieg? Es kann passieren, dass sein Hof abgerissen wird, ohne dass der Tagebau jemals Lützerath erreicht. Denn in Berlin stehen alle Zeichen auf Ausstieg. „Bis auf die AfD stehen alle Parteien hinter dem Klimaabkommen“, stellt der Ackerbauer fest. „Nur dass sich von den Politikern keiner mal bemüht und sagt: Jetzt ist genug, lasst Lützerath stehen!“

Den vollständigen Beitrag lesen Sie demnächst in agrarheute Ausgabe März 2022.

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