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Umwelt

Vermehrter Blattlausdruck gefährdet Ernte

von , am
19.03.2015

Warme und milde Temperaturen sorgen für eine erhöhte Blattlauspopulation. Wegen der raschen Entwicklung kann es in diesem Jahr zu besonders großen Vorkommen geben.

Gegen Blattläuse sollte nur bei Überschreitung von Bekämpfungsschwellen vorgegangen werden. © hapo/landpixel
Ein relativ warmer Winter wie in diesem Jahr bedeutet nicht zwangsläufig eine hohe Zahl von Schädlingen. "Ein milder und feuchter Winter ist für viele Insekten meist fataler als Kälte", sagte Gerlinde Nachtigall, Sprecherin des Julius-Kühn-Instituts in Braunschweig. Ein feuchter Herbst und ein feuchtes Frühjahr verbunden mit einem nicht zu kalten Winter könnten Pilze fördern, die Insekten befallen.
 
Probleme für die Landwirtschaft könne es allerdings mit Blattläusen geben. "Wenn es nicht friert, überleben die erwachsenen Blattläuse des Vorjahres." Sie vermehren sich dann laut Nachtigall ungeschlechtlich und gebären lebende Junge. Das könne schon im Februar passieren. Normalerweise produziert bei vielen Blattlausarten eine Fortpflanzungsgeneration im Herbst befruchtete Eier, die den Winter überstehen. Wegen der raschen Entwicklung von Insekten wie Blattläusen oder Mücken innerhalb weniger Tage entscheide letztlich aber erst das Wetter im Frühjahr, ob es besonders große Vorkommen geben wird.

Situation bei Raps

Hier muss man berücksichtigen, dass jetzt oder in diesem Jahr noch auftretende Schäden aus der Situation des letzten Herbstes stammen und sich jetzt erst auswirke. Gerlinde Nachtigall vom Julius-Kühn-Institut schätzt die Situation wie folgt ein: 
  • Die Kohlfliege beispielsweise schädigt bei starkem Befall die Wurzeln. So kann die Pfahlwurzel komplett weg sein, was sich aber erst bei kommenden trockenen Perioden bemerkbar macht.

  • Auch die Population des Rapserdflohs war im letzten Herbst zum Teil hoch.

  • Erste Rapsglanzkäfer, Große Stängelrüssler und Kleine Kohltriebrüssler wurden bereits in diesem Frühjahr gefunden.

Situation bei Weizen und Triticale

Hier kann der milde Winter und ein gemäßigtes Frühjahr dafür sorgen, dass der Gelbrostfrüher auftritt. Je mehr Vermehrungszyklen er während der Vegetation vollendet, umso größer ist das Schadpotential. 2014 konnten wegen des milden Winters, der günstigen Witterung und dem Anbau anfälliger Sorten und der neuen aggressiven Warrior-Rasse enorme Sporenmengen gebildet werden. Dies führt in der Regel auch im Folgejahr zu einem sehr hohen Befall, wenn die Witterung, wie es der Fall ist, es zulässt . Temperaturen von bis zu -4 Grad Celsius sind kein Problem. Erst ab -10 Grad Celsius wird es für den Pilz schwierig.
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