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Dorf und Familie

Veterinärbeamter getötet: Landwirt vor Gericht

dpa
am
10.08.2015

Als das Amt dem 72-jährigen Landwirt seine Rinder wegnehmen wollte, griff er zur Schrotflinte und schoss. Dabei starb ein Veterinärbeamter. Nun steht der Beschuldigte vor Gericht.

Aufgrund von Haltungsverstößen waren im Januar 2015 Veterinärbeamte auf den Hof in Brandenburg gekommen, um die Rinder abzutransportieren. Wie wir bereits berichtet haben, soll der 72-Jährige mit einer Schrotflinte geschossen und einen Mitarbeiter des Veterinäramts getötet haben. Der 61-Jährige starb noch am Tatort an seinen Verletzungen.
 
Am Dienstag (9.30 Uhr) beginnt am Landgericht Potsdam der Prozess gegen den mutmaßlichen Schützen. Er ist unter anderem wegen Totschlags angeklagt.

Anklage: Todschlag und unerlaubter Waffenbesitz

Laut Anklage soll der Mann auch versucht haben, eine Amtstierärztin zu erschießen. Dies sei aber wegen eines technischen Defekts der Flinte misslungen. Der Angeklagte steht auch wegen versuchten Totschlags und unerlaubten Führens einer Schusswaffe vor Gericht. Sein Mandant werde sich im Prozess "umfassend selber einlassen", kündigt Anwalt Thomas Arndt an. Er bedauere das Geschehene, "er wollte nie einen Menschen umbringen". In seiner Wahrnehmung habe der Mann "auf scheinbares Unrecht" reagiert, sagte Arndt.

Landwirt war überfordert

Der Landwirt lebte alleine auf dem Hof in Klein Behnitz. Weil der Bauer nach Ansicht der Behörden mit der Haltung seiner Rinder überfordert war, sollten ihm fast alle Tiere weggenommen werden. Schon im Sommer 2014 hatte der Landkreis Havelland ihn aufgefordert, den Rinderbestand von 30 auf 5 Tiere zu reduzieren. Vorübergehend sei die Herde bei einem anderen Bauern untergekommen. Als sich die Lage nach der Rückkehr der Tiere nicht besserte, hätten dem 72-Jährigen die Rinder entzogen werden sollen.
 
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