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Video-Tipp: Bio-Bäuerin sucht Zukunft

Der Beitrag “ Bio-Bäuerin sucht Zukunft” vom hr-Fernsehen zeigt eine junge ambitionierte Landwirtin mit großen Plänen. Zu sehen ist der Beitrag in der Mediathek des hessischen Rundfunks oder auf Youtube.

am Mittwoch, 10.03.2021 - 09:45

Franziska Dörr ist Landwirtin aus Leidenschaft. Mit 26 übernimmt sie den Hof ihrer Eltern und stellt ihn auf Bio um. Keine leichte Aufgabe, denn Vater Lothar hatte die Felder entlang der Schwalm Jahrzehnte lang konventionell bewirtschaftet. 

Junge ambitionierte Landwirtin mit großen Träumen

Nach dem Abitur war für Franziska zunächst eines klar: die Hofnachfolge möchte sie nicht antreten. Reisen, entdecken und die Welt sehen, lauten ihre Ziele.  Doch nach einem Praktikum auf einem Selbstversorgerhof in Frankreich wird ihr schnell bewusst, dass sie genau da angekommen ist, wo sie sich wohlfühlt. Nämlich dort, wo sie jahrelang bereits war;  in der Landwirtschaft. 

Zurück auf dem elterlichen Hof in Gilsa verkündet sie ihren neu-geschöpften Zukunftsplan. Sie möchte den Hof übernehmen, allerdings unter der Bedingung, dass auf Bio umgestellt wird. 

Gar keine leichte Aufgabe, denn Vater Lothar hatte die Felder im nordhessischen Gilda Jahrzehnte lang konventionell bewirtschaftet. Unterstützung erhält sie von der Dorfgemeinde. Zahlreiche freiwillige Helfer rücken an, um Franziska und ihren Vater bei der Hackarbeit zu unterstützen.  

Wo früher gespritzt wurde, wird nun nach altem Handwerk mit der Hand der Bestand von Ackerbegleitkraut befreit.  

Zukunftsfähiger Betrieb: Not macht erfinderisch

Franziska muss erfinderisch sein, denn der kleine elterliche Hof allein ist zu klein, um zukunftsfähig zu sein. Das bedeutet für die 26-jährige viel Stress und viel Zeit im Auto. Sie bewirtschaftet gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Gregor einen zweiten ökologischen Hof im 200 km entfernten Hündlingsen in Nordrhein-Westphalen.  Ein Kraftakt, um von der Landwirtschaft leben zu können.  

Mithilfe einer geschickten Hof-Kooperation können Franziska und Gregor ihren Traum von einer nachhaltigen Landwirtschaft, fernab von Massentierhaltung, überdüngten Feldern und überstrapazierten Flächen verwirklichen.  

Ambitionierte Pläne auch neben der Landwirtschaft

Auf dem elterlichen Hof in Gilsa wurde der alte Schweinestall zu einem Café umfunktioniert. Das zweite Standbein des Hofes soll das Einkommen der Familie sichern. Franziska schmeißt hierfür am Wochenende den Laden, Mama Jutta backt und Papa Lothar bedient die Gäste.  

Als drittes Standbein planen die 26-jährige Landwirtin und ihr Lebensgefährte alte Fachwerkhäuser in der Ortschaft zu Ferienwohnungen umzubauen und alte Dorftreffpunkte zu renovieren, um somit ein Dorfleben mit Kunst und Kultur wieder aufzubauen.  

Unkonventionelle Methoden erfordern unkonventionelle Geldgeber

Ihre ambitionierten Pläne werden tat- und finanzkräftig unterstützt: Statt sich Geld von einer Bank zu leihen, borgt Franziska es sich von Privatleuten. Die bekommen dafür Genussrechte statt Zinsen: Bio-Lebensmittel direkt vom Hof.  

Eine Genossenschaft unterstützt den Kauf der Fachwerkhäuser; es gilt den ländlichen Raum zu fördern und Städtern die Bedeutung der Kultur auf dem Land nahezubringen.  

Beitrag "Bio-Bäuerin sucht Zukunft" auf Youtube und in der Mediathek

Der 45-minütige Beitrag "Bio-Bäuerin sucht Zukunft" über die junge Bio-Landwirtin Franziska Dörr aus dem nordhessischen Gilsa ist sowohl in der Mediathek des hr-fernsehen als auch auf Youtube zu finden.