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Tierschutz

Videos aus Ställen: PETA stellt Strafanzeige gegen drei CDU Politiker

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Anke Fritz, agrarheute
am
10.10.2016

PETA hat Videos veröffentlicht, die aus Ställen von CDU-Politikern stammen sollen und Strafanzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gestellt.

Wie Spiegel Online berichtet, hat die Tierschutzorganisation PETA Videos veröffentlicht, die aus den Ställen der drei CDU-Politiker Franz-Josef Holzenkamp, Josef Rie und Johannes Röring stammen sollen. agrarheute berichtete bereits am 6. Oktober über Holzenkamp, der vor der Veröffentlichung des Videoamaterials in die Offensive ging.  Bereits Mitte September wurde im Panorama-Beitrag der ARD Videomaterial aus dem Stall von Johannes Röring veröffentlich. agrarheute berichtete auch darüber. Gegen die Vorwürfe von Panorama, gegen tierschutzrechtliche Auflagen verstoßen zu haben, wehrte sich WLV-Präsident Johannes Röring. Von ihm wie vom Geschäftsführer Christian Röring liegen eidesstattliche Versicherungen vor, dass auf den übersendeten Aufnahmen keinerlei Tierschutzverstöße zu sehen sind.

Aufnahmen soll nur wenige Wochen alt sein

Die Aufnahmen, die PETA jetzt veröffentlicht hat, sollen laut Spiegel erst wenige Wochen alt sein. Darauf zu sehen seien Schweine mit riesigen Nabelbrüchen. Viele Tiere hätten blutig gebissene Schwanzstummel und tote, verwesende Tiere würden in den Gängen liegen. PETA hat jetzt gegen alle drei Politiker Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt.

Spiegel: "Quälerei mit System"

Der Spiegel schreibt in seiner Printausgabe von heute zu den Veröffentlichungen des PETA-Bildmaterials: Die Bilder stammten von führenden Politikern, „Berufslandwirten, die derlei Bilder gern als bedauerliche Ausnahmen einer sonst flächendeckend funktionierenden Landwirtschaft abtun.“

Die Veterinärin und Landesbeauftragte für Tierschutz in Baden-Württemberg, Cornelie Jäger, erkenne bei den Aufnahmen der PETA - angeblich aus dem Betrieb von Johannes Röhring - nicht nur „klassischen Systemprobleme sondern auch Rechtsverstöße.“ Desweiteren führt der Spiegel an, dass Röring. als einer der ehemals „Topverdiener im Bundestag“, für seine Tierhaltung reichlich EU-Subventionen erhält und bezeichnet dies als „absurd“.

Als Fazit führt die Veterinärin Jäger aus, dass es sich hier um ein grundsätzliches Systemproblem handele basierend auf einer unzureichenden "Nutztierhaltungsverordnung, in der viel Lobbyarbeit steckt".

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