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Wirtschaft

Vion schließt Schlachthof in Lingen

pd
am
07.03.2014

Lingen - Der Schlacht- und Zerlegebetrieb in Lingen soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt, voraussichtlich spätestens zum 30. April, geschlossen werden.

Der niedersächsische Standort produzierte in den vergangenen Jahren immer höhere Verluste. Nachdem 2008 der wichtigste Kunde aus dem Lebensmitteleinzelhandel nicht gehalten werden konnte, ging in Folge die Anzahl der Schlachtungen um 30 Prozent auf wöchentlich nur noch 12.000 Schweine im Jahr 2013 zurück. Die finanziellen Verluste überschritten jedes Jahr die Millionengrenze.
 
Auch verstärkte Anstrengungen, im Export zusätzliche Aufträge zu generieren, konnten die entstandenen Vermarktungslücken nicht schließen, teilt Vion mit. Außerdem gab es auf der Seite der Rohstofflieferanten Rückgänge: aus dem niederländischen Grenzgebiet fielen in den vergangenen Jahren mehr als 6.000 Schweine pro Woche aus.

Keine andere Perspektive

Die Planungen zur Schließung des Standorts Lingen hat die Vion Zeven AG den Gesellschaftern des Zweckverbandes zum Betrieb des öffentlichen Schlachthofes "Fleischzentrum Emsland", der Stadt Lingen und dem Kreis Emsland, mitgeteilt. In Lingen werden seit 2002 keine öffentlichen Schlachtungen mehr durchgeführt. Wie Vion weiter mitteilt, sei Ende vergangenen Jahres eine unabhängige Wirtschaftsberatung beauftragt worden, ein Gutachten für den Schlachtstandort Lingen zu erstellen. Die Wirtschaftsprüfer hätten in ihrer Expertise aber keine andere Perspektive als die Schließung gesehen. Auch weitere Investitionen und Modernisierungen würden laut Gutachen den Standort nicht stärken, da es an Kunden, aber auch an Rohstoff in der Region fehle.

Standort Emstek soll bleiben

Die Mitarbeiter am Standort Lingen wurden bereits informiert, mit dem Betriebsrat werden jetzt Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan geführt. In Lingen sind 104 eigene Mitarbeiter von der geplanten Maßnahme betroffen. Alle Arbeitsverhältnisse sollen beendet werden.
 
Die Mitarbeiter haben aber die Möglichkeit, sich auf offene Stellen in anderen Konzerngesellschaften von Vion Food zu bewerben. Vion will allerdings die Präsenz "in der herausragenden Erzeugerregion Niedersachen" mit dem Betrieb Emstek erhalten. Dieser Standort mit einer Genehmigung von 70.000 Schlachtungen in der Woche weise eine Betriebsgröße auf, die gerade in Niedersachsen für international operierende Fleischlieferanten wichtig sei, um im Wettbewerb zu bestehen.
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