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Wirtschaft

VK Mühlen AG veröffentlicht Gewinnwarnung

Externer Autor
am
05.02.2010

Hamburg/Bonn/Wien - Der Marktführer der deutschen Mühlenwirtschaft, die Hamburger VK Mühlen AG, hat für das laufende Geschäftsjahr eine Gewinnwarnung veröffentlicht.

Anlass sind die Untersuchungen des Bundeskartellamtes, das wettbewerbswidrige Absprachen in der deutschen Mühlenbranche vermutet, aber auch ein schwächerer Geschäftsverlauf.

Der Vorstand der VK Mühlen rechnet für das vom 1. Oktober bis 30. September währende Geschäftsjahr 2009/10 mit einem Verlust von rund elf Millionen Euro. Auf Anraten von Anwälten bildete das mehrheitlich im Besitz der LLI Euromills GmbH, Wien, befindliche Unternehmen im Quartalsabschluss zum 31. Dezember 2009 eine Rückstellung von 15 Millionen Euro.

Vorstand: Rückstellungsbedarf noch signifikant höher

Der Vorstand geht davon aus, dass sich der Rückstellungsbedarf noch signifikant erhöhen wird. Ein Sprecher des Bundeskartellamtes wollte zum Stand der laufenden Ermittlungen keine näheren Angaben machen. Die Wettbewerbshüter hatten die Hamburger Firmenzentrale im Februar 2008 und eine Durum-Mühle des Konzerns in Mannheim im Dezember 2009 durchsucht. Das Kartellamt kann für wettbewerbschädigendes Verhalten eine Geldbuße von bis zu zehn Prozent des Vorjahresumsatzes eines Unternehmens verhängen. Dieser Rahmen wurde aber bislang mit Abstand nie ausgeschöpft.

Entscheidend für die Höhe eines Bußgeldes sind der tatbezogene Umsatz, die Dauer und Schwere der wettbewerbsrechtlichen Verstöße und die Bereitschaft zur Kooperation mit dem Kartellamt. Der VK Mühlen-Konzern erwirtschaftete 2008/09 aus einem Umsatz von 606 Millionen Euro einen Jahresüberschuss von 12,1 Millionen Euro. (aiz)

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