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Wirtschaft

VK Mühlen: Kartellrechtsverfahren beendet

pd
am
25.10.2011

Hamburg - Die VK Mühlen hat sich an wettbewerbswidrigen Absprachen im Bereich "Weichweizenmehl" beteiligt. Das Verfahren wurde heute eingestellt, das Unternehmen hat eine Gewinnwarnung veröffenticht.

Das Bundeskartellamt hat das Verfahren gegen die VK Mühlen AG gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 23,8 Millionen Euro eingestellt, nachdem das Unternehmen heute der Beendigung des Kartellrechtsverfahrens aus dem Jahr 2008 zugestimmt hat. In Ermittlungen gegen VK Mühlen war das Bundeskartellamt zu dem Schluss gekommen, dass die Gesellschaft an wettbewerbswidrigen Absprachen im Bereich "Weichweizenmehl" beteiligt war. Das Unternehmen hat sich in Anbetracht dieser Entwicklung zur Zahlung einer Geldbuße entschlossen, um das seit mehr als drei Jahren anhängige Verfahren zu beenden und finanzielle Planungssicherheit zu erlangen.

Gewinnwarnung veröffentlicht

Der Vorstand der VK Mühlen rechnet damit, dass sich die aus dem Bußgeld ergebende Ergebnisbelastung negativ auf das Konzernergebnis des Geschäftsjahres 2011/2012 auswirken wird. Die im Konzern noch bestehende, mit Rücksicht auf die Kartellverfahren gebildete Rückstellung in Höhe von 16,2 Millionen Euro werde aufgrund des aktuellen Informationsstandes für die bislang nicht abgeschlossenen Verfahren in Frankreich und in den Niederlanden benötigt. Der Vorstand rechnet vor diesem Hintergrund für das Geschäftsjahr 2010/2011 mit einem negativen Konzernergebnis vor Ertragsteuern in einer Größenordnung von 30 Millionen Euro.
 
Bußgeld in fünf Jahresraten
 
Im Rahmen des nun getroffenen "Settlements" und mit Blick auf die beschränkte finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens, ist es dem Mühlenbetreiber zugestanden worden, das Bußgeld in fünf Jahresraten zu zahlen. "Wir können uns nun voll auf die notwendige Gesundung des operativen Geschäftes konzentrieren", so Christoph Kempkes, Vorstandssprecher der VK Mühlen AG. Seit dem Beginn der Ermittlungen im Jahr 2008 habe der Konzern zahlreiche personelle Veränderungen vorgenommen, ein umfangreiches Restrukturierungs-Programm beschlossen und eine unternehmensweite Compliance-Struktur eingeführt. "Fair Play sowohl unternehmensintern als auch gegenüber unseren Kunden ist inzwischen ein integraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur", betont Kempkes.
 
Ermittlungen gegen 40 weitere Unternehmen
 
Gegen rund 40 weitere Unternehmen dauern die Ermittlungen an. Das Kartellamt hatte im Februar 2008 die Hamburger Zentrale der VK Mühlen AG und zahlreiche weitere Mühlenunternehmen in Deutschland durchsucht. Die Wettbewerbshüter folgten damit Hinweisen aus dem Markt auf Preis- und Mengenabsprachen. Nach den Worten von Kartellamtspräsident Andreas Mundt wurde im Zuge des Verfahrens ein "über viele Jahre praktiziertes System von Preis-, Kundenschutz- und Marktaufteilungsabsprachen für verschiedene Mehlsorten" aufgedeckt. Seit dem Jahr 2000 hätten sich Verantwortliche des Mehlkartells in zahlreichen, regelmäßig abgehaltenen Gesprächsrunden über Preise, Kundenzuordnungen und Liefermengen abgestimmt. Des Weiteren hätten die Unternehmen die Produktionskapazität durch koordinierte Stilllegungen gesteuert.
 
Die VK Mühlen AG mit Sitz in Hamburg bündelt unter ihrem Dach zwei eigenständige Geschäftsbereiche: Der Bereich "Mühlen" stellt Mahlerzeugnisse insbesondere für die Lebensmittel- und Backindustrie her. Der Geschäftsbereich "Lebensmittel" umfasst die Produktion und Verarbeitung von Haushaltsmehlen, Grieß, Backmischungen, Reis, Hülsenfrüchten und Fertiggerichten.
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