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Trockenheit und Folgen

Waldbrand in Deutschland: In diesen Bundesländern brannte es bereits

Ein Feuerwehrmann steht vor einem brennenden Waldstück
am Dienstag, 28.04.2020 - 16:00 (Jetzt kommentieren)

Waldbauern hatten in den letzten Jahren und Monaten bereits stark mit Schäden durch Sturm und Borkenkäfer zu kämpfen. Durch die Dürre im April kommen in vielen Regionen Waldbrände erschwerend hinzu. Hier finden Sie einen Überblick kritischer Regionen.

Im Großteil der Bundesländer herrschte akute Waldbrandgefahr. Aufgrund des Corona-Ausnahmezustands treibt es außerdem mehr Privatpersonen in unsere Wälder – und mit den Menschen kommt ein wachsendes Risiko. Der aktuelle Niederschlag hat die Situation in weiten Teilen Deutschlands vorerst entschärft.
Jedoch sind in den meisten Bundesländern während der Dürre Waldbrände ausgebrochen, die teils verheerend sind. Insgesamt zeigt sich, dass der Osten stärker betroffen ist als der Westen. agrarheute hat für Sie die Ereignisse zusammengefasst.
 

Baden-Württemberg

29. April 2020: In den trockenen Wochen sind bereits einzelne Brände ausgebrochen. Aktuell wurde durch den Regen die Waldbrandwarnstufe im Großteil des Bundeslandes auf 1 von 5 gesenkt.
 

Bayern

Dürremonitor des UFZ im April 2020

16. April 2020: Bei Issigau im Landkreis Hof ist ein großer Waldbrand ausgebrochen. 50 Feuerwehrleute verschiedener Wehren waren an der Löschung beteiligt. Auch ein Polizei-Hubschrauber aus Bayreuth war im Einsatz, der mehrfach im nahe gelegenen Badesee Löschwasser auflud.

17. April 2020: Auf 1000 m² hat sich in Baierbach im Landkreis Landshut ein Waldbrand entwickelt. Aufgrund der weitern Entfernung zu Hydranten, haben Landwirte die Brandbekämpfung mit wassergefüllten Güllefässern unterstützt. Das Feuer wurde erfolgreich gelöscht.

21. April 2020: Zwischen Lohr und Partenstein im Landkreis Main-Spessart ist ein Waldbrand ausgebrochen. Die betroffene Fläche befindet sich auf einem unwegsamen Steilhang, der die Löscharbeiten stark beeinträchtigt. Insgesamt waren 177 Einsatzkräfte beteiligt. Hierbei hat die Feuerwehr mit der Bergwacht und dem Bayerische Roten Kreuz (BRK) zusammengearbeitet. Auch durch die Hilfe von zwei Löschhubschraubern konnte der Brand erfolgreich bekämpft werden.

29. April 2020: Der aktuelle Niederschlag hat die Waldbrandwarnstufe auf 1 bis 2 gesenkt. In Bayern herrscht daher vorerst ein geringes Waldbrandrisiko.
 

Brandenburg

In Brandenburg galt während der Trockenheit die höchste Waldbrandwarnstufe. Seit Jahresbeginn hat es 40 Mal in Wäldern des Landes gebrannt. Im deutschlandweiten Vergleich ist hier der Schaden am höchsten.

16. April 2020: Auf 500 m² ist in Großbeuthen bei Trebbin ein Waldbrand entstanden. Mit sechs Löschfahrzeugen wurde der Brand innerhalb einer Stunde bekämpft.

29. April 2020: Durch den Niederschlag wurde die Waldbrandwarnstufe aktuell von 5 auf 2 gesenkt. Allerdings gilt im Süden noch Warnstufe 3 und somit ein mittleres Brandrisiko.
 

Hessen

12. April 2020: Bei Hatzfeld in Nordhessen gab es einen Waldbrand auf einer Fläche von 2.500 m². Der Steilhang des Waldes war bei den Löscharbeiten herausfordernd. Jedoch konnte durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr Schlimmeres verhindert werden.

22. April 2020: Zwischen Hanau und Mühlheim ist auf 400 m² ein Waldstück in Brand geraten. Mit Hilfe eines Löschhubschraubers konnte das Feuer bekämpft werden.

22. April 2020: Bei Wiesbaden gerieten in der Nähe der Jagdschloss Platte 150 m² in Brand. Das Feuer wurde erfolgreich gelöscht – die genaue Ursache ist unbekannt.
 

Mecklenburg-Vorpommern

21. April 2020: Im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist nahe Goldberg ein Waldbrand ausgebrochen, der sich auf eine Fläche von 4 ha ausgebreitet hat. Durch die vereinten Kräfte von zwölf Feuerwehren konnte der Brand schließlich gelöscht werden. Insgesamt waren 120 Personen am Einsatz beteiligt.
Aus Sorge um ein Wiederaufflammen haben Forstarbeiter über Nacht mit einem 6 m³ Wasserwagen Brandwache gehalten. Die Feuerwehr hat hierfür ihre Schläuche liegen gelassen und blieb vorsorglich in Rufbereitschaft. Zum Glück war kein erneutes Ausrücken erforderlich.
 

Niedersachsen

25. April 2020: In der Gemeinde Börger, die im Emsland liegt, hat die Feuerwehr einen Waldbrand gelöscht. Durch die schnelle Reaktion hat das Feuer glücklicherweise bloß eine Fläche von 300 m² erfasst.
In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Naturpark und sehr große weitere Waldflächen. Dank der Einsatzkräfte konnte eine Ausbreitung erfolgreich verhindert werden. Die genaue Ursache ist noch unbekannt – Ermittlungen laufen.
 

Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen ist stark von Waldbränden betroffen. Vor allem die Stadt Gummersbach sowie die Landkreise Viersen, Olpe und Düren.

20. April 2020: Auf dem Hömerich bei Gummersbach hat sich ein Waldbrand zum 50 ha Großbrand ausgeweitet. Durch den starken Wind wurden die Löscharbeiten massiv erschwert.
Um eine weitere Ausdehnung zu stoppen, haben Forstarbeiter Brandschutzschneisen angelegt. Aufgrund der hohen Einsatzbereitschaft der beteiligten Einsatzkräfte konnte der Großbrand gelöscht werden.
Das Areal um den Hömerich wurde daraufhin wegen möglichem Wiederaufflammen gesperrt. Allerdings hätten sich bereits zahlreiche Gaffer über die Sperre hinweggesetzt. Laut dem Stadtsprecher käme es zu einem regelrechten Katastrophentourismus.
 

Rheinland-Pfalz

23. April 2020: Mehrere kleine Waldbrände sind bei Trier ausgebrochen. Betroffen waren Eigelscheid, Kruchten und Trier-Olewig. Die Brände konnten alle erfolgreich bekämpft werden.

24. April 2020: Bei Breitscheid im Kreis Neuwied ist ein Großbrand von 7 ha Fläche ausgebrochen. Der starke Wind hat den Brand auf diese große Fläche ausgedehnt. Etwa 200 freiwillige Einsatzkräfte unterschiedlicher Feuerwehren könnten den Brand bekämpfen. Beteiligt waren zudem mehrere Landwirte mit wassergefüllten Güllefässern und Löschhubschrauber.

24. April 2020: Zwischen Martinshöhe und Hauptstuhl hat es im Kreis Kaiserslautern in einem Wald gebrannt. Betroffen war eine Fläche von rund 3.500 m². Innerhalb weniger Stunden konnte das Feuer gelöscht werden.
 

Saarland

24. April 2020: Das Saarland ist im Vergleich zu anderen westlichen Bundesländern stärker von Waldbränden bedroht.

24. April 2020: In Nohfelden brannten 1,5 ha Wald. Ein Rettungshubschrauber des ADAC sichtete den Rauch. Daraufhin sind etwa 70 Feuerwehrleute ausgerückt und konnten das Feuer erfolgreich löschen. Hierfür mussten teilweise Bäume gefällt werden und der Boden aufgegraben werden, sodass alle Glutnester beseitigt werden konnten.

26. April 2020: Zu einem kleinen Waldbrand von 30 m² kam es in Landsweiler. Durch die zeitnahe Entdeckung und die sofortigen Löscharbeiten konnte eine Ausbreitung verhindert werden.

29. April 2020: Momentan herrscht durch den Niederschlag ein geringes Risiko.
 

Sachsen

Ein Hinweisschild zur Waldbrandgefahrenstufe

Auch in Sachsen herrschte im April eine besonders hohe Waldbrandgefahr. Speziell in Nordsachsen – dort galt die höchste Waldbrandwarnstufe von 5.
Der aktuelle Niederschlag der Nacht des 29. April 2020 hat die Situation vorerst entschärft. Nun herrscht Warnstufe 2 und damit eine geringes Risiko. Im Osten des Bundeslands liegt sie noch bei 3. Hier herrscht daher noch ein mittleres Risiko.

22. April 2020: Auf etwa 1.500 m² hat sich in Bad Düben ein Feuer ausgebreitet, das von einer bisher unbekannten Person gelegt wurde. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Dank den engagierten Feuerwehrleuten konnte der Brand gelöscht werden.

22. April 2020: In Radebeul brannte es auf einer Waldfläche von 800 m². Nach etwa drei Stunden Einsatzdauer hatte die Feuerwehr den Brand erfolgreich bekämpft. Die genaue Brandursache ist noch ungeklärt.
 

Sachsen-Anhalt

28. April 2020: Besonders im Harz sind weite Waldflächen durch Dürre und Borkenkäfer abgestorben. In Kombination mit dem minimalen Niederschlag des Aprils herrscht hier nun akute Waldbrandgefahr.
Laut dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Kai-Uwe Lohse sind die Voraussetzungen gegeben, dass die Situation außer Kontrolle gerät, falls ein Feuer entsteht.

28. April 2020: Die höchste Waldbrandstufe gilt aktuelle außerdem für die Kreise Wittenberg, Jerichower Land, Anhalt, Stendal, Börde und Salzwedel.

29. April 2020: Durch den aktuellen Niederschlag wurde die Gefahr vorerst entschärft.
 

Schleswig-Holstein

22. April 2020: Auch in Schleswig-Holstein gibt es eine erhöhte Waldbrandgefahr. Im Vergleich zu den östlichen Bundesländern ist die Situation aber weniger dramatisch. Bisher gab es nur einzelne Waldbrände. Jedoch fanden größere Einsätze in den entflammten Mooren bei Wees und Jevenstadt statt. Dort waren jeweils rund 100 Einsatzkräfte am Löschen beteiligt. Das Wasser wurde in Güllefässern zu den Brandstellen gefahren. Somit konnte das Feuer erfolgreich bekämpft werden.

29. April 2020: Im Süden des Landes ist die Gefahr aktuell sehr gering. Auch im Norden hat der Regen das Risiko stark gesenkt.
 

Thüringen

08. April 2020: Ein 1000 m² Fichtenwald wurde bei Geisa durch einen Waldbrand zerstört. Als Ursache wird von der Polizei eine Selbstentzündung vermutet. Innerhalb von zwei Stunden wurde das Feuer von 80 Einsatzkräften gelöscht.

20. April 2020: In Saalfeld hat ein Lagerfeuer 20 m² Wald entzündet. Aufgrund schneller Entdeckung und unverzüglicher Reaktion der Feuerwehr konnte eine Ausbreitung verhindert werden. Die Verantwortlichen sind noch unbekannt. Allerdings vermutet die Polizei, dass Jugendlichen wegen der Corona-Beschränkungen auf eine Verabredung im Wald ausgewichen sind. Die Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung laufen.

25. April 2020: In Thüringen herrscht aktuell die Waldbrandwarnstufe 3 von 5. Eine mittlere Bedrohung ist somit gegeben.

29. April 2020: Aufgrund des Regens ist die Gefahr vorerst gebannt. Die Waldbrandwarnstufe wurde auf 2 gesenkt. Somit herrscht aktuell ein geringes Risiko.


Weiterführende Informationen:

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