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Dorf und Familie

Wasserbüffel, Wölfe und bioveganer Ackerbau

Ludwig
am
27.02.2015

Die Topthemen der Woche in unserer Community: Kann man Wasserbüffel zur Landschaftspflege halten? Wird der Wolf zum Problem? Und kann bioveganer Ackerbau funktionieren?

Wasserbüffel zur Landschaftspflege
 
CaRu möchte Wasserbüffel halten: "Ich benötige ein paar Tipps zum Thema: Formalitäten, Antragstellung, zu erfüllende Rechte und Pflichten. Die Fläche um die es geht beinhaltet einen Teich, viele kleine Sträucher und ein paar Bäume, ansonsten etwas uneben und schöne Wiesenflächen, besonders saftig im Frühling bis Herbst -  Flächengröße ca. 3,8 ha. Mein Ziel ist es, die Fläche nicht verwildern zu lassen, dies beabsichtige ich mittels Landschaftspflegern. Zum Beispiel Wasserbüffel, in diese Tiere habe ich mich echt verguckt. Die Fläche wird nicht genutzt, da Sie etwas uneben ist, jedoch verwildert diese Fläche eben sehr stark mit der Zeit, früher waren verschiedene Gräser und Pflanzen dort zu sehen, das wird alles sehr eintönig. Ich würde das Ganze auch als Anziehungspunkt gestalten, sodass dort auch Bänke hingestellt werden damit sich Besucher dort ausruhen oder beim Picknick setzen können. In ein paar Tagen möchte ich mich bei einem in der Nähe liegenden Büffelhof genauer über diese Tiere erkundigen.
Die Tiere sollen das ganze Jahr dort verbringen und ohne zusätzliches Kraftfutter auskommen."

Notill meint: "Für einen Betrieb muss man eine Gewinnabsicht darstellen, das sieht in diesem Fall nicht einfach aus. Wenn das Finanzamt entscheidet, dass es sich nur um ein Hobby handelt, wird es mit Förderungen meist schwierig. Für eine Beweidung sollte man auch prüfen, ob der Boden dem überhaupt Stand hält, oder ob es nach einem Jahr nur noch Sumpf ist, und die Tiere bis zum Bauch im Morast stehen. Es wäre schade, wenn es am Ende nur ein weiterer Fall von falsch verstandenem Umweltschutz zu Lasten von Tier und Umwelt ist."
 
tyr schreibt: "Sind das 3 ha Wiese, oder ist der Teich mit drin? Wegen der Größenordnung musst du noch keinen Kotten machen, die max. drei Büffel, die da möglich sind, läuft beim Finanzamt unter Liebhaberei, so ist das nun einmal heutzutage. Wo du dich erkundigen solltest ist, wie in Anhalt die Sache mit Büffeln und Zugang zu Oberflächengewässern geregelt ist. In Sachsen z.B. ist der Zugang nicht erlaubt, ich weiß aber vom Viehhändler, dass es in anderen Bundesländern durchaus anders ist. Ansonsten gut einkoppeln, Tiere beim Veterinäramt/Tierseuchenkasse anmelden und das wars."

Biovegane Betriebe ohne Tierhaltung? - Biolandwirtschaft in der Diskussion

Mim stellt dieses Thema zur Diskussion: "Spannend, jetzt greift sogar die Schrot & Korn das Thema auf, dass bio und vegan zwei Dinge sind, die es zu diskutieren gibt mit einer pro und contra Seite. Meiner Kenntnis nach gibt es BRD weit keine 30 bioveganen Höfe, schon gar nicht mit einer nennenswerten Produktion. Wie seht ihr das? Wie die bisherigen Kommentatoren dort, die das natürlich möglich (--> als Ziel!?) sehen oder gar wie der Biobauer Andreas? Zitat aus den Kommentaren: "Es gibt auch einen vegan-kompatiblen Mittelweg. Überall wo viehloser bioveganer Anbau nicht sinnvoll oder möglich ist, wie in Regionen mit Dauergrünland (Allgäu, Schwarzwald) kann man Tiere auf Gnadenhöfen halten und deren Mist für Gemüseanbau verwenden."
 
Auf die Aussage von Darky: "Hab ich noch nie was von gehört. Aber eigentlich müsste da ja jeder viehlose Bio drunter fallen - und davon gibts hier ganz viele." antwortet DWEWT: "Nein, darunter fallen nur die Betriebe, die gar keine Stoffe aus der tierischen Erzeugung aufnehmen. D.h., auch Stoffe aus Gnadenhofbetrieben sind dann tabu!"
 
tyr bringt es auf den Punkt: "Man kann schon, aber es ist eben eine verbrauchende Landwirtschaft. Es gab sowas in Mitteleuropa bis ungefähr 17./18. Jahrhundert ja mal, zu der Zeit war - abgesehen von den Zugtieren - der Ackerbau weitgehend viehlos. Die Viehhaltung wurde extern in den Höhenlagen der Mittelgebirge und der Alpen praktiziert, das Ergebnis waren Ernten von 1:3 bis 1:5. Erst mit Etablierung der integrierten Viehhaltung steigerte man die Erträge auf bis zu 1:10 und legte damit die Grundlage für komplexere Gesellschaften wie die heutige. Also ohne integrierte Viehzucht keine Veganer."

Wölfe verlieren Scheu und versetzen Spaziergänger in Panik

2385 kommentiert einen Artikel auf agrarheute.com: "Wo ist unsere Gesellschaft bloß angekommen?!? Es würden sich diejenigen, die es vor vielen, vielen Jahren geschafft haben, den Wolf aus unserer Kulturlandschaft und aus unserer Gesellschaft zu verbannen im Grabe umdrehen, wenn sie mitbekommen würden wie wir heute mit dem Thema Wolf umgehen. Damals hat man den Wolf wohl auch nur aus Freude am Töten aus unserem Land und der Gesellschaft bekommen." 
 
Und DWEWT schreibt: "Der Wolfsbetreuer darf den Wolf strecken? Da wurde ja wohl der Bock zum Gärtner gemacht! So wie es uns Tierhaltern nicht erlaubt ist, dass letzte Mittel zu wählen, so sollte es auch diesen Betreuern nicht überlassen bleiben, eine Gefährdungssituation einzuschätzen. Es bedarf neutraler Personen um die Interessen beider Seiten abzuwägen und evtl. die finale Maßnahme anzuwenden."

4711 meint: "Ich persönlich habe ja nichts gegen den Wolf an sich. Aber ein Wolf gehört in die Wildnis und in Deutschland haben wir keine Wildnis mehr, sondern nur Nutzfläche! Also brauchen wir hier auch keinen Wolf."
 
Und Doptrebo90 antwortet: "Das Thema kommt nun in der Gesellschaft an, Kinder können nicht mehr in den Garten da der Wolf in der Nähe vom Kindergarten ist, usw. Nur so ändert sich auch was beim Thema Wolf. Wenn ein Bauer jammert, dass ein paar Hühner oder Schafe fehlen, dann ist das eben die Natur."

Mobiler Stall fürs Geflügel?

Biobauer fragt: "Hat wer von euch schon Erfahrungen mit so mobilen Stallsystemen, wie funktionieren sie, was gibts für Verbesserungsmöglichkeiten, gibts auch Eigenbaulösungen.Was für Hersteller gibts eigentlich alles, ich kenn nur das Hühnermobil."
 
Doptrebo90 antwortet: "Das erste ist, wie willst du die Eier vermarkten? Großverbraucher oder direkt an den Endkunden? Ist es ersteres, dann vergiss es sofort wieder. Der Hauptnachteil ist einfach, dass du kein Wasser, Strom, Futter, Weg etc. fest am Stall hast. Alles muss zeitaufwendig erst zum Stall transportiert werden. Den Weg sehe ich als Hauptproblem. Wir hatten mal für eine Übergangszeit einen mobilen Stall. Bei Wetter wie heute brauchst du einen Schlepper um überhaupt zum Stall zu kommen! Wenn du dir ein Hühnermobil anbieten lässt, dann wirst du feststellen, dass die Preise von 100-150 € gehen. Konventionell musst du irgendwo einen Preis von ca. 0,25 € und biologisch (Demeter noch mehr) von 0,35 € pro Ei realisieren können. Für Direktvermarkter ist das ein toller Einstieg, einen Großverbraucher zu beliefern halte ich für unmöglich."
 
Donny schreibt: "Servus, haben zwei Hühnermobile a 225 Hühnern. Wir sind sehr zufrieden damit, würden heute aber den mit 350 Hennen nehmen. Mit den 225er benötigst du relativ viel Zeit beim Füttern. Mit dem 350er kannnst du mit der Frontladerschaufel zum Füttern gehen. Am besten aber gefällt mir der 1.200er."
 
Und Canola710 gibt den Tipp: "Ein weiterer bekannter Hersteller ist Wördekemper (http://www.mobilstall.de/). Der Unterschied zu dem Hühnermobil ist, dass dieser kein Fahrwerk besitzt, sondern über Kufen über die Fläche gezogen wird."

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