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Frankreich

Wegen drohender Klassenschließung: Schafe als Schüler angemeldet

Schafe
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Sabine Leopold, agrarheute
am
10.05.2019

Weil mangels ausreichender Schülerzahl die Auflösung der Klasse ihrer Kinder drohte, haben französische Landwirte 15 Schafe in der Schule angemeldet.

Mit einer originellen Aktion haben französische Landwirte aus der 3.300-Seelen-Gemeinde Crêts en Belledonne auf den Bildungsnotstand in ihrer Region hingewiesen. Weil der Schulklasse ihrer Kinder die Schließung drohte, haben sie 15 Schafe als neue Schüler angemeldet.

Vier Schüler zu wenig – eine Klasse gestrichen

Im März war bekannt geworden, dass in der Schule im Département Isère in Ostfrankreich im nächsten Jahr eine Klasse geschlossen werden soll. Der Grund: Die Anzahl der Schüler hatte sich von 266 auf 261 verringert. Um dagegen zu protestieren, brachte ein Schafzüchter aus der Region seine 50-köpfige Herde aufs Schulgelände und ließ unter Beisein von Lehrern, Schülern und Eltern 15 der Tiere symbolisch als neue Schüler eintragen – und zwar ganz vorschriftsmäßig unter Vorlage der Geburtsurkunden.

Mehr Aufmerksamkeit für die Probleme vor Ort

So ganz ernst gemeint war die Aktion natürlich nicht. Die Wollköpfe werden also nicht demnächst gemeinsam mit den Kindern die Schulbank drücken.

Man habe mit der "Schafeinschreibung" auf humorvolle Weise Aufmerksamkeit erregen wollen, sagte Gaëlle Laval vom französischen Verband der Elternräte FCPE. Den nationalen Bildungsbeauftragten ginge es nicht um um Probleme vor Ort, sondern nur um Zahlen. Doch die Gemeinde habe in den vergangenen Jahren in die Schule investiert. Das alles sei jetzt gefährdet.

Der Bürgermeister von Crêts en Belledonne, Jean-Louis Maret, befürwortete die Aktion der Eltern.

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