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Umwelt

Wegen mildem Winter: Bienen stark gefährdet

von , am
13.06.2014

Stuttgart - Wissenschaftler der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim haben vor einem massiven Bienensterben in diesem Jahr gewarnt.

Bayer CropScience darf seine neonicotinoidhaltigen Pflanzenschutz-Produkte nicht mehr als "nicht bienengefährlich" bezeichnen. © R K B by Saipan/pixelio.de
Wie die Hochschule weiter mitteilte, wächst ohne Gegenmaßnahmen die Gefahr durch gegenseitige Ansteckung. Schuld seien der milde Winter und der frühe Brutbeginn der Bienenvölker in Baden-Württemberg. Dank milder Temperaturen hätten sich auch die Varroamilben in Bienenstöcken stark vermehrt.
 
"Befallene Bienen erkennt man an verkrüppelten Flügeln oder verkürztem Hinterleib, und in diesem Jahr häufen sich solche Beobachtungen bereits extrem früh im Jahr in besorgniserregendem Maße", erklärte der Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim, Dr. Peter Rosenkranz.

Bienen auf Varroa-Befall untersuchen

Die Landesanstalt rief alle Imker nachdrücklich auf, ihre Völker auf Varroa-Befall zu untersuchen: Ein weiteres Mittel, die Milben zu erkennen, seien Bodeneinlagen im Bienenstock. Weil Milben auch von Bienen abfielen und sich dort ansammelten, könnten Imker so nachzählen, wie stark ihre Stöcke befallen seien. Im Ernstfall rät die Landesanstalt den Bienenhaltern, die Krankheitsüberträger sofort zu bekämpfen. "Wir empfehlen eine rasche Behandlung mit Ameisensäure entsprechend dem Bekämpfungskonzept des Landes Baden-Württemberg", so Rosenkranz. Er sei sich bewusst, so der Bienenspezialist, dass dies den Imkern einiges abverlange, auch ökonomisch.

Hohe Ansteckungsgefahr zwischen den Völkern

Mit Blick darauf, dass in diesem Jahr zum ersten Mal seit langem wieder die Ernte von Waldhonig möglich sei könnte, appellierte der Leiter der Landesanstalt an die Imker, nur nachweislich gesunde Völker im Wald aufzustellen.
 
Er erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass der Waldaufenthalt für Bienen eine Zusatzbelastung bilde und sich sonst die Ansteckungsgefahr zwischen den Völkern erhöhe. Zurzeit erhalte die Landesanstalt "wirklich alarmierende Beobachtungen aus ganz Deutschland". Wenn die Imker nicht sofort reagierten, müsse in diesem Jahr mit einem erheblichen Bienensterben gerechnet werden, das weit über das noch Akzeptable hinausgehe, warnte Rosenkranz.
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