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Politik EU

Weinstreit: China und EU einigen sich

© Markus Mainka/fotolia
von , am
25.03.2014

Brüssel - Unzulässige Subventionen und Dumping hatte China Europas Weinbranche vorgeworfen und mit Strafzöllen gedroht. Der Streit ist jetzt offenbar beigelegt.

Kabinett beschließt Änderung des Weingesetzes. © Robert Kneschke/Fotolia.com
Chinesische Strafzölle auf europäischen Wein scheinen abgewendet. Wie die Europäische Kommission am Freitag mitteilte, konnten sich Vertreter der EU-Weinwirtschaft mit ihren chinesischen Konkurrenten gütlich einigen.
 
Im Gegenzug für das Fallenlassen von Beschwerden wegen angeblichen Dumpings und unzulässiger Subventionen wird chinesischen Weinerzeugern eine verstärkte Kooperation in Form von technischer Hilfe angeboten. So sollen den Winzern aus dem Reich der Mitte in den nächsten zwei Jahren Studienaufenthalte in Europa, Fortbildungen, Praktika und ähnliches ermöglicht werden.

Ciolos: Eine 'sehr gute Nachricht'

EU-Agrarkommissar Dacian Cioloş begrüßte den Durchbruch: "Meiner Ansicht nach hat sich das Fragezeichen, das über den EU-Weinexporten nach China hing, ganz klar aufgelöst. Das ist eine sehr gute Nachricht." Die Kommission habe die Zusammenarbeit mit China im Agrarsektor in den vergangenen vier Jahren deutlich ausgeweitet und man engagiere sich dafür, dies weiterzuführen, so Cioloş. Das bringe Vorteile für Verbraucher und Landwirte in China und Europa gleichermaßen.
 
Der Kommissar kündigte an, die Einigung zwischen dem Europäischen Dachverband der Weinwirtschaft (CEEV) und dessen chinesischem Gegenstück CADA auf politischer Ebene zu begleiten.

Antidumping-Verfahren im Juli 2013 eingeleitet

Die EU-Weinexporte nach China haben in den vergangenen Jahren kräftig zugelegt. Im Jahr 2012 lieferten europäische Erzeuger Wein im Wert von insgesamt 764 Millionen Euro; das waren fast neun Prozent (%) der gesamten EU-Weinausfuhren in Drittländer. Mit 71 % stammte der größte Teil davon aus Frankreich.
 
Die Volksrepublik leitete am 1. Juli 2013 ein offizielles Antidumping-Verfahren gegen Weinimporte aus der EU ein. Die chinesischen Behörden kritisieren mehrere Dutzend Fördermaßnahmen im Weinbau, sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene, als potentiell handelsverzerrend. Beobachter werteten den Vorstoß als Retourkutsche gegen die Verhängung vorläufiger Strafzölle auf chinesische Solarmodule durch die Europäische Kommission.
 
Während der Solarstreit jedoch Anfang August vergangenen Jahres beigelegt wurde, schwelten die Vorwürfe gegen die EU-Weinwirtschaft weiter. Der Verband Deutscher Weinexporteure (VDW) forderte unlängst mehr Rückendeckung von der Politik
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