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Dorf und Familie

Weizen-Diebstahl: 22 Hektar spurlos verschwunden?

dpa
am
13.08.2015

Der Horror: 22 Hektar Weizen - einfach über Nacht verschwunden. Der Landwirtschaftsbetrieb erstattet Anzeige wegen Diebstahls. Nun hat die Brandenburger Polizei das Rätsel um die abgeerntete Weizenfläche gelöst.

Die Fahnder fanden nach eigenen Angaben vom Mittwoch heraus, wer das 22 Hektar große Feld in der Prignitz abgeerntet hat. Die Königsberger Agrarservice GmbH hatte am Dienstag Strafanzeige wegen Getreide-Diebstahls von dem Feld bei Preddöhl erstattet. Eine Sprecherin der Polizeidirektion Nord äußerte Zweifel an einem Diebstahl. "Nach bisherigen Erkenntnissen soll es eine Vereinbarung zwischen beiden Seiten gegeben haben", sagte sie. "Jetzt muss ermittelt werden, welchen Umfang sie hatte und ob sie eingehalten wurde."
 
Die Königsberger Agrarservice GmbH streitet jedoch vehement ab, dass es eine solche Vereinbarung gibt.

Streit um Früchtepfand?

Lothar Pawlowski, Vorstandsvorsitzender des Kreisbauernverbandes Prignitz (KBV) vermutet als Hintergrund einen Früchtepfand, berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung. Möglicherweise hat der Betrieb die Ernte bereits vorab an einen Landhändler verkauft. Nach Angaben des brandenburgischen Innenministeriums hat es in den vergangenen Jahren ähnliche Fälle gegeben. 2013 seien in Löwenberg 8 Hektar Getreide und 2014 in Stechow 16 Hektar Mais angeblich unberechtigt abgeerntet worden. In beiden Fällen habe es Streitigkeiten zwischen den beteiligten Firmen um Eigentums- und Nutzungsrechte gegeben, sagte eine Ministeriumssprecherin.

150 Tonnen Weizen

Bei einer durchschnittlichen Ernte könnte es sich als um etwa 150 Tonnen Weizen handeln. Die Polizei bezifferte den Wert der 22 Hektar Weizen auf rund 27.000 Euro.
 
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