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Wirtschaft

Weizen: Russland exportiert 1,5 Millionen Tonnen zollfrei

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Anke Fritz , agrarheute
am
19.05.2015

Zuerst sollten Getreideexporte gebremst, jetzt Marktüberschüsse verhindert werden. Russland hebt den Exportzoll auf Weizen rechtzeitig vor der neuen Ernte auf. Ob das den Weizenmarkt beeinflusst?

In der letzten Woche konnte der Weizen an den euopäischen Märkten zulegen. © Mühlhausen/landpixel
In Russland wird ab sofort kein Exportzoll auf Weizen mehr erhoben. Eine entsprechende, am vergangenen Freitag bekannt gegebene Regierungsverordnung trat am gleichen Tag in Kraft. Die Abgabe von 15 Prozent plus 7,50 Euro, aber insgesamt mindestens 35 Euro je Tonne, war Anfang Februar 2015 mit dem Ziel eingeführt worden, die unter anderem durch eine deutliche Abwertung des russischen Rubels intensivierten Getreideexporte zu bremsen. Marktexperte Dr. Olaf Zinke vom agrarmanager geht davon aus, dass es keine Auswirkungen auf den Markt geben werde, da die Aufhebung der Zölle nicht überraschend sei und die Restmengen überschaubar.

Export hat keinen Einfluss auf den Weizenpreis

Wie Marktexperte Dr. Olaf Zinke auf der Internetseite des agrarmanagers weiter schreibt, lagert offenbar noch einiges an Weizen der alten Ernte an den russischen Exporthäfen. In der vorigen Woche meldete unter anderem Tunesien den Kauf von 100.000 Tonnen Weichweizen und 142.000 Tonnen Hartweizen vor allem aus Russland. Insgesamt haben die Russen bis zum 13. Mai in diesem Wirtschaftsjahr schon 20,08 Millionen Tonnen Weizen exportiert. Analysten halten bis Ende Juni noch Ausfuhren von rund 1,5 Millionen Tonnen für wahrscheinlich. Diese Exporte seien laut Zinke längst in den Bilanzen verbucht, sodass die Entwicklung des Weizenpreises in keiner Form davon bestimmt wird.

Russland will Marktüberschüsse verhindern

Durch die Abschaffung des Exportzolls sollen Marktüberschüsse und damit ein Verfall der Weizenpreise unter das Selbstkostenniveau während der Erntekampagne verhindert werden, heißt es in einer Mitteilung des Moskauer Regierungspressedienstes.  Gleichzeitig sollte das den Agrarproduzenten Mehreinnahmen gewährleisten, und dadurch eine bessere Finanzierung der Frühjahrsbestellung.
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