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Wirtschaft

Welche Krise? Pöttinger steigert Umsatz erneut

pd/Krauß
am
04.09.2015

Die Landtechnikbranche durchläuft aktuell ein schwieriges Jahr. Dem Trend widersetzt sich das österreichische Familienunternehmen Pöttinger, das im fünften Jahr nacheinander den Umsatz steigert.

Mit einem Umsatz von 320,3 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2014/15 steigert Pöttinger im fünften Jahr nacheinander seinen Umsatz und erzielt einen neuen Rekordumsatz in der fast 145-jährigen Unternehmensgeschichte. Zwar ist der Zuwachs mit plus sechs Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (Umsatz bei 314 Mio. Euro) moderat, blickt man jedoch auf die letzten zehn Jahre zurück, hat der österreichische Anbauspezialist das Ergebnis verdoppelt.
 
Einer der Gründe für das Wachstum im letzte Jahr ist dabei der Zuwachs in den Exportmärkten Polen, Frankreich, Schweiz, Australien und die USA. Des Weiteren sei die Praxisnähe entscheidend: "Viele der Mitarbeiter sind selbst Landwirte, kennen die Anforderungen aus eigener Erfahrung und leben Landtechnik jeden Tag. Entsprechend praxisrelevant und vielfältig ist daher die Produktpalette der Pöttinger-Maschinen", heißt es von Seiten Pöttingers.
 
Die Erlöse setzen sich nach Angaben des Unternehmens dabei einzeln wie folgt zusammen:
  • Der Grünlandbereich ist mit 61 Prozent in der Sparte Landtechnik der Hauptumsatzträger. Hier gab es ein Plus von rund zwei Prozent.
  • Technik für die Bodenbearbeitung erlöst rund 25 Prozent des Konzernergebnisses. Hier blieben die Zahlen läut Pöttinger konstant zum Vorjahr.
  • Ein dickes Plus gab es mit zehn Prozent beim Geschäft mit original Ersatzteilen. Laut Pöttinger trug dazu vor allem das Konzept der langfristigen Verfügbarkeit von Ersatzteilen bei.

Pöttinger: Exportmärkte entscheidend für den Erfolg

  • Das Familienunternehmen erwirtschaftet mittlerweile rund 86 Prozent (276 Mio. Euro) seines Umsatzes im Export.
  • 65 Prozent des Landtechnik-Umsatzes werden in den sechs Ländern Deutschland (22 %), Österreich (14 %), Frankreich (12 %), Tschechien, Schweiz und Polen erzielt.
  • Auf dem deutschen Markt konnte Pöttinger leicht (+ 1 %) zulegen.
  • Die Top-5-Umsatzzuwachsländer in Bezug auf den absoluten Maschinenumsatz im Vergleich zum Vorjahr sind Polen (+14 %), Frankreich (+ 7%), Schweiz (+ 9 %), Australien (50 %) und die USA (+ 15 %).

John Deere macht 20 Prozent weniger Umsatz im 3. Quartal

Das die Umsatzentwicklung des österreichischen Familienunternehmens untypisch für die momentane Entwicklung in der Branche ist, zeigt der Vergleich mit dem Weltkonzern John Deere - wenngleich dieser natürlich mit anderen Zahlen hantiert. Wie John Deere Ende August bekannt gab, sanken die Umsatzerlöse und sonstigen Erträge des Konzerns weltweit im dritten Quartal um 20 Prozent auf 7,55 Milliarden US-Dollar. Auf die ersten neuen Monate des Jahres bezogen, entspricht dies einem Rückgang von 18 % (22,15 Mrd. US-$).
 
"Die Ergebnisse des dritten Quartals spiegeln den anhaltenden Einfluss der Konjunkturschwäche bei Landmaschinen wider sowie eine geringere Nachfrage nach Baumaschinen", erklärte dazu der Verwaltungsratsvorsitzende und CEO von Deere & Company, Samuel R. Allen. Dennoch blieben laut Allen alle Geschäftssparten des Konzern weiterhin profitabel.
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