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Umwelt

Weltbank kritisiert Landkäufe in Entwicklungsländern

von , am
30.07.2010

Washington - Die Weltbank kritisiert Landkäufe in Entwicklungsländern. Nur selten trage der Flächenerwerb durch ausländische Investoren zur Verbesserung der Situation vor Ort bei.

Vor allem Spekulanten treiben den großflächigen Landkauf in Entwicklungsländern voran. Nur selten trägt der Flächenerwerb durch ausländische Investoren zur Verbesserung der Situation vor Ort bei.

Investoren zielen auf Entwicklungsländer mit schwachem Rechtssystem ab

Das kritisiert die Weltbank in einer bislang unveröffentlichten Studie, die der Wirtschaftszeitung "Financial Times" weitgehend vorliegt. Das Blatt schreibt unter Bezug auf den Berichtsentwurf, die Investoren zielten bei ihren Landkäufen vor allem auf Entwicklungsländer mit schwachem Rechtssystem ab.

Investitionen kommen nur selten der ländlichen Bevölkerung zu Gute

Zusagen über den Aufbau von Infrastruktur und Arbeitsplätzen würden häufig nicht eingehalten. Nur in Ausnahmefällen kämen die Direktinvestitionen tatsächlich der Entwicklung des Ziellandes und der ländlichen Bevölkerung zugute. Meistens überwiege der Eindruck von Ausbeutung. Häufig entstünden Konflikte um Landnutzungsrechte.

Weltbank empfiehlt Transparenzinitiative

Um einen besseren Überblick über das Ausmaß der ausländischen Flächenkäufe in der Dritten Welt zu erhalten, schlägt die Weltbank eine Transparenzinitiative vor. Die Regierungen der Zielländer sollen sich verpflichten, Einnahmen aus solchen Geschäften zu veröffentlichen.

Studie der Financial Times zugespielt

Die Studie wurde der Financial Times zugespielt, um Aufmerksamkeit auf das seit Langem erwartete Dokument zu lenken. Der Untersuchungsbericht soll im August offiziell vorgestellt werden. Seine Publikation war aber bereits mehrfach verschoben worden. Die Weltbank teilte mit, der Entwurf werde überarbeitet. Nicht-Regierungsorganisationen fürchten, die kritische Studie werde geschönt. (aiz)

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