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Ernährung und Gesundheit

Weltmeere doch nicht leergefischt?

Externer Autor
am
01.05.2014

Hamburg - Das weltweite Fischvorkommen ist zehn Mal größer als bislang angenommen. Das zumindest berichtete der Deutsche Fischerei-Verband (DFV) unter Berufung auf das Fachblatt "ScienceDaily".

Der Wissenschaftszeitung zufolge hätten spanische Forscher während ihrer weltumspannenden "Malaspina-Expedition" erstmalig mit Echoloten systematisch die mesopelagische Fischfauna in Wassertiefen von 200 Meter bis 1.000 Meter untersucht.
 
Dabei hätten die Wissenschaftler auf ihrer 32.000 Seemeilen langen Fahrt deutlich mehr Fisch als erwartet gefunden. Diese Vorkommen umfassten 95 Prozent der globalen Fischbiomasse und seien bisher weitgehend unbefischt.

Biomasse unterschätzt

Die Wissenschaftler schätzten die weltweite Fischbiomasse jetzt auf mehr als 10.000 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: Die globale Fischerei fange durchschnittlich 90 Millionen Tonnen pro Jahr, stellte der DFV fest. Robben und Wale fräßen nach Schätzungen kanadischerWissenschaftler rund 600 Millionen bis 800 Millionen Tonnen Fisch jährlich. Für DFV Generalsekretär Dr. Peter Breckling belegen diese Daten, "dass die Alarmmeldungen über weltweit leergefischte oder geplünderte Ozeane keine fachliche Grundlage haben". Es sei allerdings unstrittig, dass es regionale Bewirtschaftungsfehler bei der Nutzung bestimmter Fischbestände gebe. Diese Fehler würden mit wachsendem Erfolg korrigiert, betonte Breckling.

Viel Leben in der Tiefe

Nach amtlichen Mitteilungen der Europäischen Kommission sei der Anteil nachhaltig genutzter Bestände im Nordostatlantik einschließlich der Nord- und Ostsee in sieben Jahren von sechs Prozent auf mehr als 60 Prozent gestiegen. Diese großen Erfolge seien durch konsequentes Management mit Langzeitplänen, Kontrollen und wirksamen Strafen erreicht worden.
 
Die neuen Daten über die globale Fischbiomasse zeigen dem DFV-Generalsekretär zufolge auch, dass es noch gigantische Reserven an hochwertigem tierischem Protein gibt, die bisher ungenutzt geblieben sind. Die Messwerte hätten auch Konsequenzen für die Modellierung der globalen Stoffkreisläufe. Mesopelagische Fische könnten nach Angaben der Wissenschaftler eine große Rolle für den Kohlenstoffhaushalt der Weltmeere und den Transport von Kohlendioxyd in die Tiefsee spielen.
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