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Politik national

Zu wenig Landärzte: Rat empfiehlt Zuschlag

von , am
16.07.2014

In ländlichen Regionen verschärft sich der Ärztemangel. Als Gegenmaßnahme empfiehlt der Sachverständigenrat der Regierung einen finanziellen Zuschlag für Landärzte.

Für viele Ärzte ist die ländliche Region offenbar nicht attraktiv. © ISO K° - photography/fotolia
Konkrete Maßnahmen, um dem sich verschärfenden Ärztemangel im ländlichen Raum zu begegnen, schlägt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen vor.
 
In seinem Bericht, den die Bundesregierung jetzt als Unterrichtung dem Bundestag vorgelegt hat, regt der Rat einen "Landarztzuschlag" für Mediziner in Regionen mit einem Versorgungsgrad von weniger als 90 Prozent (%) für Hausärzte und unter 75 % für Fachärzte an.
 
Der Vergütungszuschlag sollte danach für zehn Jahre in Höhe von 50 % auf alle ärztlichen Grundleistungen sowie der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung garantiert werden. Die Zuschläge sollten automatisch wirksam werden und für die Versicherten kostenneutral sein. Finanziert werden sollten die Zuschläge von denjenigen Medizinern, die nicht in unterversorgten Gebieten arbeiteten, heißt es in den Empfehlungen.

Stellenwert der Allgemeinmedizin stärken

Ferner schlagen die Experten vor, in Gebieten mit einem Versorgungsgrad ab 200 % den Aufkauf freiwerdender Arztsitze durch die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) im Gesetz verpflichtend zu machen. Unterhalb eines Schwellenwertes von 75 % bei Hausärzten und ebenfalls 75 % bei Fachärzten sollte der Auftrag zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung dem Bericht zufolge nicht mehr von der KV, sondern ebenfalls von den Ländern wahrgenommen werden können. Diese sollten dabei auf Ausschreibungen zurückgreifen.
 
Schließlich müsse der Stellenwert der Allgemeinmedizin sowohl praktisch als auch an den Universitäten gestärkt werden. Mögliche Veränderungen beim Auswahlverfahren sollten laut Sachverständigenrat darauf abzielen, mehr Studenten aufzunehmen und zu fördern, die sich für eine Arbeit in ländlichen und unterversorgten Gebieten interessierten.
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