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Politik EU

Weniger Antibiotika in den Niederlanden eingesetzt

von , am
25.06.2012

Wageningen - In den Niederlanden ist das politische Ziel, den Antibiotikaeinsatz in der Tierproduktion von 2009 bis 2011 um 20 Prozent zu verringern, deutlich übertroffen worden.

Am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie wird der Einfluss der Aufruffütterung auf Futterkämpfen geforscht. © Mühlhausen/landpixel
Dies behauptet zumindest das Landbauökonomische Institut (LEI) der Universität Wageningen, das sich dabei auf Ergebnisse einer eigenen Untersuchung stützt.
 
Der wissenschaftlichen Studie zufolge wurden im vergangenen Jahr in den Niederlanden 338 Tonnen Antibiotika für therapeutische Zwecke verkauft; das waren 32 Prozent weniger als im Jahr 2009 mit 495 Tonnen. Im Vergleich zu 2007, dem Jahr mit den bisher höchsten Antibiotikaumsätzen, belief sich der Rückgang sogar auf 40 Prozent.
 
Dieser Befund steht allerdings klar im Widerspruch zu jüngsten Kontrollergebnissen der niederländischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (NVWA), die einen zu hohen Antibiotikaeinsatz festgestellt hatte. Daraufhin hatte die Hager Regierung angekündigt, die Regeln für den Einsatz des Medikaments zu verschärfen.

Bei Schweinen ging der Antibiotikaeinsatz deutlich zurück

Laut LEI sank der Antibiotikaeinsatz seit 2009 jedoch bei allen Tierarten mit Ausnahme der Milchkühe. Bei Schweinen und Geflügel ging die durchschnittlich verabreichte Menge mit einem Minus von rund 50 Prozent besonders deutlich zurück. Nach Berechnungen der Wageninger Wissenschaftler, die neben der Auswertung offizieller Quellen zusätzlich auf Daten eines eigenen Betriebspanels beruhen, bekam 2011 ein niederländisches Schwein in seinem 191-tägigen Leben im Schnitt an 16 Tagen eine Dosis Antibiotika; vor zwei Jahren war es etwa doppelt soviel gewesen. Rund 82 Prozent der Ferkelproduzenten und 71 Prozent der Mäster blieben mit der Gabe unter dem empfohlenen Richtwert.

Leichter Anstieg der Antibiotikagaben bei Milchkühen

Auch im Bereich der Geflügelfleischerzeugung ist laut LEI ein deutlicher Rückgang des Medikamenteneinsatzes zu verzeichnen. So verringerte sich die durchschnittliche Gabe von 37 Tagesdosen hier auf 16 Tagesdosen im Jahr, was bei einer Lebenszeit des Masthähnchens von 42 Tagen einer Behandlungszeit von weniger als zwei Tagen je Tier entspricht.
 
Bei Mastkälbern ist die mittlere Behandlungszeit eines Durchschnittstieres seit 2009 um 27 Prozent auf 15 Tage gesunken. Lediglich bei Milchkühen kam es den Wissenschaftlern zufolge zu einem leichten Anstieg der Antibiotikagaben, doch blieb die Verabreichung von 6,1 Tagesdosen während eines ganzen Jahres im Vergleich zu den anderen Tierarten unterdurchschnittlich. (AgE)
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