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Politik EU

Weniger Direktzahlungen, mehr Absatzförderung?

© ec/EUKommission
von , am
02.04.2012

Brüssel - Der Export hochwertiger Lebensmittel ist für EU-Landwirte ein wichtiges Standbein. Dacian Ciolos will die Absatzförderung deshalb ankurbeln. Dafür könnte ein Prozent der Direktzahlungen verwendet werden.

Dacian Ciolos bekommt Konkurrenz aus Spanien und Italien um den Posten des EU-Agrarkommissars. © EbS
Rund 200 Millionen Euro gibt die EU-Kommission jährlich für die Absatzförderung aus. In einer Mitteilung macht sie sich Gedanken, wie die Programme verbessert werden könnten.
 
Der Export von hochwertigen Lebensmitteln sei ein wichtiges Standbein für die Landwirtschaft, betonte EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos am Freitag in Brüssel. Damit die Ausfuhren von jährlich 100 Milliarden Euro aus der EU gehalten und ausgebaut werden können, müsse die Absatzförderung ambitionierter werden, forderte der Kommissar.

Einfacher und attraktiver

Zentrale Bestandteile seiner Mitteilungen sind eine
  • vereinfachte Verwaltung der Programme und
  • eine größere Attraktivität für EU-Mitgliedstaaten, die sich bisher kaum beteiligen.
Die großen Empfänger unter den EU-Mitgliedstaaten sind bisher Italien, Griechenland, Frankreich, Deutschland, die Niederlande und Spanien.

Gesetzesvorschlag zum Jahresende

Ciolos möchte zudem die lokale Vermarktung fördern. Bisher werden hauptsächlich Wein, Obst und Gemüse beworben. Für die anderen Produkte sind im EU-Haushalt lediglich 50 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen. Daraus könnten einige 100 Millionen Euro für die Absatzförderung werden, wenn die Landwirte auf weniger als ein Prozent ihrer Direktzahlungen verzichten würden, erklärte der Kommissar.
 
Er wolle mit den EU-Mitgliedstaaten und dem Europaparlament über eine möglichste effiziente Verwendung der Haushalsmittel diskutieren. Für das Jahresende kündigt die Kommission konkrete Gesetzesvorschläge an.
 

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