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Wetter in Spanien spielt verrückt

Wintereinbruch in Spanien im Frühling: Was heißt das für Landwirte?

Spanien nach Wintereinbruch unter Schneedecke
am Donnerstag, 21.04.2022 - 13:15 (Jetzt kommentieren)

Spanien wird mitten im Frühling von einem heftigen Wintereinbruch getroffen. In der Region Madrid liegt Schnee. Dort ist das Wetter winterlicher als bei uns in Deutschland. Welche Folgen hat das für die Landwirtschaft in Spanien?

Orangenbäume, Palmen, Sonne und Meer – aktuell ist davon beim Wetter in Spanien keine Spur. Seit Mittwoch bibbert Spanien mitten im Frühjahr vor Kälte: Ein später Wintereinbruch bricht über weite Teile des Sonnenlandes herein und hinterlässt eine dicke Schneedecke.

 

Schneegrenze in vielen Regionen Spaniens bei 700 Metern

Im Bergort Navacerrada – ca. 50 Kilometer von der spanischen Hauptstadt Madrid entfernt – liegt 36 Zentimeter Neuschnee, wie die Zeitung El País berichtet. So einen starken Schneefall habe es im April in der Gemeinde mit ca. 3000 Einwohnern seit 20 Jahren nicht mehr gegeben.

Spanischer Wetterdienst rief für die meisten Gemeinschaften Alarm aus

Am Mittwoch lag die Schneegrenze in einigen Regionen Spaniens nur bei 700 Metern. Viele Straßen wurden gesperrt. Bei 26 Hauptfernstraßen berichteten die Behörden von Problemen. Nicht nur für Madrid, sondern auch für neun weitere der insgesamt 17 Autonomen Gemeinschaften rief der Wetterdienst Aemet des Landes Alarm aus.

Neben Katalonien und Valencia war sogar das sonnenverwöhnte Andalusien darunter. Der Wetterdienst warnt vor Schnee- und Regenfällen, Lawinen und Erdrutschen, kräftigen Winden, extremer Kälte sowie hohem Wellengang. In abgeschwächter Form gilt der Alarm noch am Donnerstag und am Freitag.

Auswirkungen auf Landwirtschaft in Spanien noch schwer abzuschätzen

Vor allem Obstbauern und Winzer fürchten sich vor Spätfrösten, weil Blüten und Blätter erfrieren. Schäden treten allerdings erst auf, wenn die Kulturen mindestens einen Tag Temperaturen unter null Grad ausgesetzt waren. Ob und inwieweit die Landwirte in Spanien mit Ernteausfällen rechnen müssen, bleibt abzuwarten. Vergangene Woche lagen die Tiefstwerte in Madrid allerdings bei 4 Grad Celsius, sodass höchstwahrscheinlich keine Frostschäden zu befürchten sind.  

Dicke Jacke statt Strandbesuch in Spanien

Die Spanier reagieren verschieden auf das schlechte Wetter. Einige waren verärgert, andere wunderten sich über den spontanen Wintereinbruch. Auf Mallorca und anderen Urlaubsorten mussten Einheimische und Touristen den Strandbesuch erst einmal absagen. Normalerweise wird es auf der Mittelmeerinsel in der zweiten Aprilhälfte oft 25 Grad warm, manchmal klettert das Thermometer sogar bis zur 30 Grad-Marke. Am heutigen Donnerstag (21. April) zeigt die Quecksilbersäule nur zwischen 9 und 15 Grad. Außerdem regnet es viel.

Doch es gibt auch einige Erwachsene und vor allem Kinder, die sich über den für Spanien so exotischen Schnee freuen. Der spanische Schauspieler Alfonso Tomás postete auf Twitter ein Video einer tief verschneiten Landschaft im Ort La Raya in der nordspanischen Region Asturien.

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Mit Material von dpa

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