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Dorf und Familie

Wölfe verlieren Scheu und versetzen Spaziergänger in Panik

kk/pd
am
23.02.2015

Immer öfter treffen Wolf und Mensch aufeinander, denn die Populationen wachsen schnell. Ein niedersächsisches Rudel nähert sich Menschen zunehmend ohne Scheu. Nicht selten geraten die Betroffenen in Panik.

Der niedersächsische Umweltminister gab Auskunft über die voraussichtlichen Kosten durch die Wolfswiederkehr. © fotolia/jamcgraw13
Rund um den Truppenübungsplatz Munster im niedersächsischen Lüneburg lebt nachweislich ein Wolfrudel. Die Tiere scheinen ihre Scheu zu verlieren und erschrecken dabei gelegentlich Spaziergänger. Anfang Februar geriet eine 46-jährige Frau in Panik als sie beim Spaziergang mit zwei Hunden auf ein Rudel Wölfe stoß, berichtet der Wolfsberater Uwe Martens. Die Wölfe zeigten keine Scheu und haben sich auch durch Rufe nicht vertreiben lassen. Die Wölfe verfolgten die Frau noch eine Weile bis sie das Weite suchten. Später brach die Frau unter dem Schock zusammen.

Es handelt sich dabei um den zweiten Fall in zwei Wochen im Landkreis Amelinghausen. Ende Januar fühlte sich eine Joggerin von einem Wolf des Rudels bedroht.

Neugierige Jungwölfe

Der Wolfsberater Martens will das Wolfsbüro "Lupus" aus Sachsen einschalten, damit diese möglicherweise "Vergrämungsmaßnahmen" einleiten. Er glaubt jedoch nicht, dass von den Wölfen eine Gefahr ausgeht. Für den Biologen und Tierfilmer Sebastian Körner, der das Munsteraner Rudel seit Jahren kennt, ist der Vorfall bei aller Dramatik nichts Außergewöhnliches. "Hunde sind eine große Attraktion für neugierige Jungwölfe", meint er, mit Aggressivität habe das nichts zu tun. Auch die betroffene Spaziergängerin bestätigt im Nachhinein, dass es "Jungwölfe waren, die sich aufmerksam bis neugierig zeigten und nicht gedroht haben".

Monitoring intensivieren

Auf dem Munster Übungsplatz müsse nun das Monitoring intensiviert werden, so die Forderung des Wolfsexperten Ulrich Wotschikowsky. Es müsse zudem mit der Standortverwaltung geredet werden, damit eine Fütterung jeglicher Art (dazu zählt auch ein aus dem Auto geworfener Wurstzipfel) strikt unterbleibt.
 
Es sollte außerdem versucht werden, einen oder mehrere Wölfe mit einem Sender auszurüsten - das würde das Monitoring enorm erleichtern. Und es seien Vergrämungsmaßnahmen zu überlegen, vielleicht vorsorglich schon durchzuführen, so Wotschikowsky.

Förderung: Bisher 40 Anträge gestellt

Am 26. November 2014 trat in Niedersachsen die Förderrichtlinie Wolf in Kraft. Seitdem können Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern Fördermittel für den Erwerb von Elektrozäunen und Zubehör für den Schutz ihrer Herden beantragen. Bislang gingen circa 40 Anträge für Präventionsmaßnahmen und Billigkeitsleistungen ein. Seit dem Inkrafttreten der Richtlinie Wolf sind 1.866,62 Euro als Billigkeitsleistung ausgezahlt worden. Bewilligt wurden außerdem 30.502,50 Euro als Fördersumme für Präventionsmaßnahmen.

Wolfsichtungen: Der Wolf tappt in die Fotofalle

Wolf
Am 7. Januar 2015 begegnete einem Förster in der Nähe von Munster (Niedersachsen) ein achtköpfiges Wolfsrudel. Glücklicherweise hatte er seine Kamera dabei. © R. de Mol
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Im Juli 2014 konnte mit einer Fotofalle diese Aufnahme eines Wolfspaares im Landkreis Cuxhaven (Niedersachsen) gemacht werden. © Landesjägerschaft Niedersachsen / Olaf Kuball
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Bei diesem Fallen-Schnappschuss handelt es sich um einen Wolf aus dem Nieskyer Rudel. Es bewohnt das Gebiet im Landkreis Niesky in der Oberlausitz (Sachsen). 2014 sollen mindestens 4 Welpen geboren worden sein. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
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Im Juli 2014 wurden zwei Jährlinge des Nochtener Rudels abgelichtet. Das Rudel lebt vorwiegend im Tagebaugebiet Reichwalde in der Oberlausitz. Bei sogenannten Jährlingen handelt es sich um einjährige Jungtiere. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
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Einsamer Wolf? Eher nicht - dieser Grauhund stammt vom dem Nochtener Rudel aus der Oberlausitz. Er tappt Ende November 2014 in die Fotofalle. © LUPUS/Institut für Wolfsmonitoring und -forschung
Wolf
7. März 2016: Im nördlichen Landkreis Starnberg ist letzte Woche am Montag ein Wolf fotografiert worden. Die Aufnahme stammt von einer routinemäßigen Kontrolle der automatischen Kamera. Das Tier weist dem Bayerischen Landesamt für Umwelt zufolge wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportionen auf, die es eindeutig von einem Hund unterscheiden. Das Landesamt für Umwelt soll aktuell die Aufnahme auswerten. © BLU
Wolf
Anfang Mai 2016 fotografierte ein Autofahrer diesen Wolf. Es ist der erste Bildnachweis aus Baden-Württemberg. Der Grauhund wanderte auf der Baarhochmulde zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alp. © privat
Wolf
April 2016: Bei der Kontrolle einer Wildtier-Kamera im Nationalpark Bayerischer Wald (Landkreis Regen) wurde dieses Foto entdeckt. Die Aufnahme vom 17. April zeigt eindeutig einen Wolf: das Tier weist wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportionen auf. © NPVBW
Wolf
Juli 2016: Im Raum Göhrde, Landkreis Lüchow-Dannenberg, konnte das neunte Wolfsrudel in Niedersachsen nachgewiesen werden. Seit dem Jahr 2015 war dort ein territoriales Paar bestätigt, nun gelang mittels Fotos der Nachweis von mindestens sechs Wolfswelpen. © Gerhard Stark/LJN
Wolfswelpen
September 2016: In der Ueckermünder Heide tappten diese drei Wolfswelpen in die Fotofalle. © Bundesforstbetrieb BImA/Jüttner
4 Wolfswelpen
August 2016: Auf der Naturerbe-Bundesfläche Lübtheener Heide nahm eine Fotofalle diesen Schnappschuss mit 4 Welpen auf. © BFB/Trave/BImA/N. Stier
Wolf mit Waschbär
Dezember 2016: Ein Spaziergänger fotografierte diesen Wolf mit Waschbär-Beute im Maul am Waldrand von Afferde bei Hameln. © Thomas Fietzek
Wölfe
Januar 2017: In der Kalißer Heide tappten diese fünf Wölfe in eine Fotofalle. Die Aufnahme bestätigt nun offiziell die Existenz eines weiteren Wolfsrudels in Mecklenburg-Vorpommern. © Forstamt Kaliß
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