Login
Dorf und Familie

Wohnen mit den Schwiegereltern, Kartoffelernte und ein "Teufelsstier"

Externer Autor ,
am
21.10.2011

Drückt die gute Kartoffelernte die Preise? Welche Probleme ergeben sich aus dem Zusammenleben mehrerer Generationen?

Kartoffelernte im vollem Gange (klick aufs Bild) © Landliveuser Broesel
Kartoffelernte 2011 (zu)gut?!
 
Kolberg2207 fragt die Landliveuser: "Wie sieht das Ernteergebniss bei den Kartoffeln bei euch so aus? Bei uns waren die Ertäge so hoch, dass die Vermarktungssituation sehr angespannt ist. Was für alternative Möglichkeiten fallen euch ein Kartoffeln angemessen zu verbrauchen." Alphaab meint dazu: "Kommt auch etwas drauf an, wie die Kartoffeldichte bei euch so ist, wieviele Kartoffeln du hast, ob du überhaupt lagern, sortieren, Absacken pi pa po kannst... Wir hatten nur einen Morgen, die verkaufen wir ab Hof, nächstes Jahr wird s n ganzer ha, weil hier sonst keiner welche anbauen will. Wie steht s denn mit "Direktvermarktung" nach Osteuropa aus? Da sollen laut AMI ja deutlich weniger angebaut worden sind." Dazu äußert sich Palettenfranz: "Dann melde ich mich mal aus Osteuropa zu dem Thema, in meinem Fall Rumaenien. Die Kartoffelernte in Rumaenien ist auch sehr gut ausgefallen, vorallem nach dem hohen Preis vom letzten Jahr wurden wieder mehr Kartoffeln angebaut, der Preis hier, fuer abgesackte Ware, liegt z.Zt. bei 8 eur/dt, meiner Erfahrung nach der gleiche Preis wie beim Landhandel in Deutschland." Tyr hat seine eigene Methode die Überproduktion zu bekämpfen: "Legt Dir paar Schweine zu.  Hab ich meinem Nachbarn auch empfohlen.....das entspannt dann meine Vermarktungssituation" Finalcut meint allerdings: "Gute Qualitäten werden in diesem Jahr knapp bleiben. Der Anteil an Grünen (durch die abgewaschenen Dämme und die hohen Erträge) sowie der Übergrößenanteil ist vielerorts sehr hoch. Auch wird nicht jede Partie uneingeschränkt lagerfähig sein/bleiben, da durch die Niederschläge der Krautfäuleschutz nicht immer gewährleistet war.  Marabel habe ich gleich ab Feld verkauft (8,-€/dt). Zu Weihnachten hoffe ich auf einen Lageraufschlag."

Wohnen auf den Hof - mit Schwiegereltern?

MaRa100 hat folgendes Problem: "mein Freund und ich wollen nächstes Jahr nach Beendigung seines Agrar-Studiums zusammen ziehen und da steht gerade die Frage im Raum, wie die zukünftige Wohnsituation auf dem Hof gestaltet werden soll. Als wir jetzt mit den Eltern darüber gesprochen haben, wie sie sich die Wohnsituation in Zukunft vorstellen, kam von denen ganz klar der Wunsch, dass beide Familien, also wir und seine Eltern, weiter beide in dem Haus wohnen sollten. Die Eltern wollen nach oben ziehen und wir sollen unten bleiben. Man könnte auch alles recht gut abtrennen, jedoch wäre der Wohnraum unten für uns als irgendwann 4- oder 5-köpfige Familie doch recht eng und auch das zusammenleben mit meiner "Schwiegermutter" würde für uns alle nicht gut gehen, da sind sich mein Freund und ich auch einig. Die Eltern meines Freundes wollen, dass wir alle zusammen auf dem Hof bleiben mit strikt getrennten Wohnungen. Wir wollen jedoch beide nicht, dass wir zusammen auf einem Grundstück bleiben, da wir so Streit bzw. Probleme erwarten. Wir können aber ja auch die Eltern nicht einfach aus deren Haus werfen, zumal beide erst Anfang 50 sind und noch einige Zeit den Betrieb inne haben werden bzw. auch danach noch weiter mithelfen wollen. Auf unsere Einwände, dass man immer wieder hört, dass ein Zusammenleben von zwei Generationen oft schief geht, wollen sie scheinbar nicht wahrhaben, sie lassen sich zumindest nicht von ihrem Plan abbringen." Paula fragt dazu: "Müsste den viel umgemodelt, bzw. investiert werden um den Wunsch der Eltern erst einmal zu folgen? Nicht zu vergessen ist auch das du und dein Freund auch noch nicht wisst wie euer Zusammenleben funktioniert, es ist schon noch mal ein ziemlicher Schritt wenn man erst ein Mal mit den alltäglichen Macken des Liebsten konfrontiert wird. Was ich damit sagen will, vielleicht erst einmal guten Willen zeigen und das Zusammenleben auf dem Hof testen. Funktioniert es nicht könnt ihr immer noch nach anderen Lösungen suchen, aber ihr habt es versucht und damit auch eine bessere Basis um mit den SE zu reden."Und 240236 schreibt: "Das mit getrennten Wohnungen ist ganz richtig, aber daß du/ihr die Schwiegereltern in die Mietwohnung schicken wollt das wäre ja einfach und wirklich sehr egoistisch gedacht. Ich wohne auch auf dem Hof mit meinen Schwiegereltern und ich muß sagen: es gibt für alles eine Lösung. Wie sieht euer Gedankengang aus: Schwiegereltern sollen sich jetzt vom Acker machen weil Sohnemann und Freundin sich auf dem Hof breit machen wollen, aber bitte zum arbeiten für essen und trinken herzlich wilkommen. Wenn ich mir vorstelle meine Schwiegertochter kommt mit solchen Vorstellungen wie ihr, dann hätte ich auch ein Problem mit meinen Hofnachfolgern."

Kühe verworfen - Schlachthofbestimmungen ?

Meier1 ist außer sich: "Kennt sich in diesem Forum jemand aus mit Bestimmungen des Schlachthofs. Mir wurden 2 Kühe untauglich gemacht ohne mich vorher zu informierenDiese Aktion bedeutet einen Verlust von 4000 Euro für mich. Gibt es eigentlich Bestimmungen aus denen hervorgeht , ob der Schlachthof mich in Kenntnis setzen muss bevor er ein Tier für untauglich erklärt" Viehdoker schreibt dazu: "Das regelt jeder Schlachthof anders... Leider! Das letzte was einem meiner Kunden und mir passiert ist, war ein positiver Hemmstoffbefund in der Niere, trotz Einhaltung aller Wartezeiten. Das hast Du auch erst erfahren, als das Veterinäramt unangemeldet vor der Türe stand und die Dokumentationen sehen wollte. Ausgang hier noch offen. Ist ja klar, das ein solcher Tierkörper auch verworfen wurde. Meldung des Tages: Die Deutschen werfen zu viele brauchbare Lebensmittel weg." Und Mim ergänzt dazu: "also der Schlachthof kann die Tiere nicht für untauglich erklären - sondern die Fleischuntersuchung die behördenmäßig dem Landratsamt und damit dem Amtsveterinär des Landkreises unterstellt ist die eben im Schlachthof arbeiten! Der Schlachthof - hat dir die Entscheidung des Fleischuntersuchung = Lebensmittelüberwachenden Behörde: Nur mitgeteilt - die müssen dich nicht fragen ob sie dein Fleisch "untauglich" kennzeichnen, beschlagnahmen und entsorgen (Kosten der BU, der Schlachtung, der Konfiskatkosten, Kosten entgangene Fleischvermarktung) lassen, das ist gültiges Fleischhygienerecht." Steffi87 meint: " Uns wurde auch erst hinterher mal gesagt, dass ne Kuh verworfen wurde, weil sie minimal Fieber hatte.. Naja.. Aber wie schon gefragt wurde: Was hättest du noch damit gemacht, wenn du sie theoretisch zurückbekommen hättest?"
 
  

Mindeshaltbarkeitsdatum - Muß man das ändern?

Omarin fragt: "also ich kann das nicht verstehen, daß da jetzt wieder etwas neues her muß. Seit mir nicht böse, so wie es ist, ist es doch gut. Oder sehe ich das falsch? Man kann doch die meisten Lebensmittel noch verwenden, auch wenn sie abgelaufen sind. Bei richtiger Lagerung doch kein Problem. Gartenfotograf10 meint: "Viele glauben einfach dass man nach Ablauf des MHD die Lebensmittel nicht mehr verzehren kann. Darum wirft sie der Handel einfach in die Tonne. Was aber passiert wenn sich die Ansicht für das MHD ändert. Es könnte dann sogar sein, dass Lebensmittel noch billiger werden, weil ja viel mehr länger verwendet wird. Heißt im Klartext, der Landwirt kann weniger absetzen und der Preis für Lebensmittel sinkt nochmals.Schon paradox oder?" Freisinger sagt es deutlich: "Das MHD ist EU-Recht..... ein paar Puplicitygeile deutsche Politkasperl können da nix ändern. Das bleibt,wie es ist." Und Belarus550 meint: "Es sagt ja schon der Begriff MHD: Mindestens haltbar bis: Wo es da Änderungen bedarf, ist mir unklar. Was über dem aufgedrucktem Datum liegt, das ist dann im eigenen Ermessen oder dem Gespür oder der Verantwortung.  Nur eines ist und bleibt sicher: Keiner der für die Verpflegung von größeren Menschenmengen verantwortlich ist, wird Lebensmittel nach Ablauf MHD verwenden. Ganz speziell Frischware. Da braucht nur einer die Sch...ei bekommen und schon wird gesucht." 

"Teufels-Stier"

Steffi87 ist verzweifelt: "Seit ein paar Wochen haben wir ein Problem... Erst heute morgen lag das 7. Stierkalb tot im Stall. Alle waren sie sehr groß und von Kalbinnen, die mit dem Glauben besamt wurden, dass es ein Stier für eben diese ist. Wir kamen erst beim 6. Kalb darauf, mal zu schauen, ob ein Zusammenhang besteht und siehe da: Alle waren sie mit "Striker" besamt. Das kann doch nicht mehr sein schön langsam.. Hatte hier zufällig wer ähnliche Erfahrungen mit diesem Bullen?" Darky meint dazu: "Ich finde das Getue um "Kalbinnenbullen" eh fragwürdig. Kleine Bullen machen kleine Kälber, aus denen werden kleine Kalbinnen... und die brauchen noch kleinere Bullen das die n Kalb noch raus bringen."Viehdokter geht noch etwas in die Tiefe: ""Striker" kenn ich jetzt selber nicht, aber wenn Du das Kalb im Stall "gefunden" hast, hat die Kalbin es ja alleine zur Welt gebracht und es war nicht zu groß für diese Kalbin, oder? Das Problem ist also, warum lebt es nicht (mehr)! Da liegt dann das Problem nicht nur beim Bullen -> es gibt Bullen, die lebensschwache Kälber produzieren. Waren es nur "Kalbinnen-Kälber" die totgeboren wurden? Immer nur die Männlichen? Was ist mit den Kälbern von den Kühen ? Gibt es da auch Probleme?
Sind die tragenden Kalbinen im Stall oder auf der Weide ? Mineralfutterversorgung ?"
Alle Beiträge hier:                http://agrarheute.landlive.de/boards/thread/36585/page/1/
Auch interessant