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TV-Tipp

Der Wolf im Fadenkreuz: Zwischen Wut und Gelassenheit

Wolf im Wald
am
12.07.2019

Am Sonntag zeigt das ZDF eine Reportage über den Wolf. Denn kaum ein anderes Thema spaltet die Nation so leidenschaftlich, wie die Rückkehr des Raubtiers.

Der Wolf: Kaum ein Thema spaltet die Nation so leidenschaftlich. Zwar begrüßt eine Mehrheit der Deutschen seine Rückkehr. Doch dort, wo er neu auftaucht, herrscht mitunter blanke Angst, so das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF).

Am Sonntag, den 14. Juli 2019 um 18.00 Uhr erkundet die "ZDF.reportage: Wolf im Fadenkreuz - Zwischen Wut und Gelassenheit", wie der Wolf an verschiedenen Orten zwischen Nordseeküste und Südbrandenburg wahrgenommen wird.

Über 5000 Risse von Nutztieren

"Wir sind kein Wolfsfutter", steht auf Plakaten bei einem Mahnfeuer im niedersächsischen Rodewald, wo sich mehr als 100 Wolfsgegner zum Protest verabredet haben. Viele dort sagen, dass die Situation völlig außer Kontrolle geraten sei. Mehr als 1000 Tiere sollen mittlerweile durch Deutschland streifen. Über 5000 Risse von Nutztieren wie Schafen, Ziegen und Ponys weist die Statistik der vergangenen zehn Jahren den Wölfen zu.

Begegnung mit Wolf im Stadtzentrum

"Ich gehe nur noch mit Pfefferspray aus dem Haus": Solche Sätze hört man häufig in Regionen, in denen sich der Wolf angesiedelt hat. Im brandenburgischen Ziesar berichtet Ulrike H., dass die Wölfe auf dem Friedhof waren und dort einen Wassertrog für Gießkannen als Tränke genutzt hätten. Vasilio H. aus Winsen an der Aller schildert eine Begegnung mit einem Wolf frühmorgens mitten im Stadtzentrum.

Forderung nach wolfsfreien Zonen

"Der Wolf gehört hier nicht her", sagt ein Schafzüchter von der Nordseeküste. "Seit neun Generationen züchtet meine Familie Schafe, ich bin der Erste, der mit dem Wolf leben soll." Er will, dass das Land hinterm Deich zur wolfsfreien Zone wird.

"Mit der Forderung nach wolfsfreien Zonen gaukelt man sich Sicherheiten vor, die nicht vorhanden sind", sagt Jens Matzen, der als sogenannter Wolfsmanager vom Umweltministerium in Schleswig-Holstein beauftragt ist, zwischen Tierhaltern und Wolf zu vermitteln. Nach seiner Überzeugung helfe nur ein guter Zaun.

Abschuss von Problemwölfen

Allerdings ist der behördlich genehmigte Abschuss von zwei sogenannten "Problemwölfen", die zu häufig hohe Zäune überwunden haben, über Monate hinweg nicht gelungen. Das zeigt, wie schwer es ist, die Tiere in ihren großen Revieren überhaupt aufzuspüren.

„Allerdings hat es in den 20 Jahren seit der Rückkehr des Wolfes noch keinen nachgewiesenen Angriff auf Menschen gegeben - doch die Angst scheint vielerorts stärker zu sein als der nüchterne Blick auf die gegenwärtige Lage, so das ZDF.

Mit Material von ZDF

Länderübersicht: Das kostet der Wolf

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