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Umwelt

Wolfsrisse in Vechta? Ohne DNA-Nachweis kein Geld

von , am
05.02.2015

Seit drei Monaten warten Schafzüchter aus dem Landkreis Vechta auf Ergebnisse von DNA-Analysen. Über 40 Schafe habe der Wolf dort mittlerweile getötet. Das Problem: Ohne Nachweis fließt kein Geld.

Im Landkreis Vechta geht das Gerücht um einen Wolfshybriden (Wolf/Hund), der sich wolfsuntypisch verhält. © Katrin Müller
Schafzüchter aus den Landkreisen Diepholz und Vechta kamen am Dienstag zum niedersächsischen Umweltministerium- unter anderem mit einem toten Schaf. Ihr Ziel war es, auf ihre Situation aufmerksam zu machen.
 
Die Schafhalter warten bereits seit drei Monaten auf die Ergebnisse einer DNA-Analyse. Damals (im November 2014) wurden die ersten Nutztiere gerissen - von Wölfen, wie die Schafhalter vermuten. Seitdem seien dem Wolf über 40 Schafe zum Opfer gefallen.

Ohne DNA-Nachweis für den Wolfsriss kein Geld

Situation außerhalb der Förderkulisse
Der Landkreis Vechta zählt derzeit nicht zur so genannten Förderkulisse. Solange der Kreis dort nicht aufgenommen ist, erhalten gewerbliche Schafhalter kein Geld für Maßnahmen zum Schutz ihrer Herden (stärkere Zäune, Hütehunde, etc.). Voraussetzung für die Aufnahme in die Förderkulisse ist jedoch die positive DNA-Analyse.
 
Auch eine Entschädigung für Wolfsrisse und Folgeschäden (Verlammen, Tierarzt- und Tierkörperbeseitigungskosten) gibt es nur mit DNA-Nachweis, oder wenn der Wolf "aufgrund der Spurenlage mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" als Täter anzunehmen ist.
 
Situation innerhalb der Förderkulisse
Anders die Situation für gewerbliche Schafhalter innerhalb der Förderkulisse: Hier fördert das Land vorbeugende Maßnahmen. Kommt es ein Jahr nach Aufnahme zu einem Wolfsriss, erhalten Tierhalter allerdings nur dann eine Entschädigung, wenn sie vorab als wirksam eingestufte Schutzmaßnahmen ergriffen haben.
 
Für nachweislich vom Wolf verursachte Schäden erhalten auch Hobbyhalter eine Entschädigung, so das Umweltministerium.

Zwei Analysen, unterschiedliche Ziele

Für die ausstehende DNA-Analyse ist nach Informationen des niedersächsischen Umweltministeriums das Senckenberg-Institut zuständig. Es führt zwei Analysen mit unterschiedlichen Zielsetzungen durch:
  1. Schnellverfahren Wolf ja/nein
  2. Verfahren zur Bestimmung des Individuums, Geschlecht und Abstammung für das landes- und bundesweite Monitoring der Wolfspopulation.
Die Fachbehörde, die die DNA-Analyse beim Senckenberg-Institut in Auftrag gegeben hat, hat dem Ministerium zufolge bereits mehrfach nachgefragt. Das habe zwar "die Dringlichkeit verdeutlicht, aber noch keine Ergebnisse erwirkt".
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