Login
Wirtschaft

WTO: Globales Handelsabkommen gescheitert

aiz
am
05.08.2014

Im Dezember feierte man den Durchbruch, jetzt ist das weltweite Handelsabkommen gescheitert. So wollte Indien nicht unterzeichnen, ohne weiter billiges Getreide an Notleidende verkaufen zu dürfen.

Als ein historisches Ereignis war die Einigung der WTO-Staaten im vergangenen Dezember auf das erste globale Handelsabkommen seit fast zwei Jahrzehnten gefeiert worden. Doch nun ist der Deal von Bali geplatzt.
 
Trotz intensiver Konsultationen "waren wir nicht in der Lage, eine Lösung zu finden, um die Gräben zu überbrücken", erklärte Roberto Azevêdo, Generaldirektor der Welthandelsorganisation. Die WTO-Mitgliedstaaten müssten sich nun "die Konsequenzen dieses Rückschlags sehr genau klarmachen".

Indien beharrt auf Hungerhilfen

EU-Handelskommissar Karel De Gucht, der im Dezember gejubelt hatte, die WTO sei "aus der Dunkelheit multilateraler Belanglosigkeit ins Licht multilateraler Aktionen und Erfolge zurückgekehrt", zeigte sich enttäuscht. "Wir werden nun mit anderen WTO-Mitgliedern und dem Generaldirektor Azevêdo die Folgen dieses Scheiterns analysieren", sagte der Belgier.
 
Den 160 WTO-Mitgliedern ist es nicht gelungen, das im Dezember bei einer Ministerkonferenz auf Bali ausgehandelte Abkommen zu Handelserleichterungen fristgerecht am 31. Juli zu unterzeichnen. Vor allem Indiens neue Regierung hatte sich geweigert, den Vertrag zu unterfertigen. Das Land wollte im Kampf gegen den Hunger weiterhin Getreide zu Preisen über dem Marktwert kaufen, um dieses zu subventionierten Tarifen an Millionen Not leidende Menschen weiterverkaufen zu können, berichtet Dow Jones News.
Auch interessant