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Ernährung und Gesundheit

WWF fordert Gentechnik-Kennzeichnung bei Tierprodukten

dpa
am
22.08.2012

Laut der Umweltorganisation WWF stammt 80 Prozent des Import-Soja für Tierfutter von GVO-Pflanzen. Nun fordert der WWF eine Kennzeichnungpflicht bei tierischen Lebensmitteln.

"Gentechnik landet mit Fleisch, Eiern oder Käse auf unseren Tellern, ohne dass wir es wissen", erklärte WWF-Referentin Birgit Wilhelm am Dienstag. Nach Schätzungen der Organisation sollen 80 Prozent der Sojaschrot-Importe für die Futterproduktion im deutschen Markt aus gentechnisch veränderten Bohnen stammen, die vor allem aus den USA, Brasilien und Argentinien kommen. Um Klarheit für Verbraucher zu schaffen, fordert der WWF eine Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln.
 
Auch die FDP im Bundestag sprach sich für eine Kennzeichnung von Gentechnik im Herstellungsprozess von Lebensmitteln aus. Der Deutsche Verband Tiernahrung bestätigte auf Anfrage, dass etwa 20 Prozent der Sojaschrot-Importe nicht gentechnisch verändert seien.

WWF: Nachfrage nach GVO-freiem Soja steigern

Der häufig geäußerte Vorwand, es gebe zu wenig gentechnikfreies Soja auf dem Weltmarkt für den Bedarf in Deutschland, sei falsch, so der WWF. Käufer müssten zudem mehr gentechnikfreie Ware bestellen, dann würden größere Mengen gentechnikfreies Soja angebaut. "Wenn die Nachfrage aus Europa steigt, wirkt sich das sofort aus.", erklärt eine Expertin des WWF.
 
Soja mache etwa 4,5 der insgesamt 80 Millionen Tonnen Futter aus, die Nutztiere hierzulande im Jahr fressen. Der Rest sei Getreide und Gras. Aus der EU und anderen Staaten würden etwa zehn Prozent der 80 Millionen Tonnen importiert. Verwendet wird eiweißhaltiges Soja im Tierfutter nach Angaben des Deutsche Tiernahrung Verbands vor allem für Geflügel. Bei Masthähnchen liege der Soja-Anteil im Futter bei 15 bis 20 Prozent, bei Legehennen seien es 8 bis 15 Prozent. Schweine hätten zu 5 bis 10 Prozent Soja im Futter, Rinder noch weniger.
 
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