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Gesundheit

Die Zeckenzeit beginnt!

Zecke auf einem Blatt
am Mittwoch, 22.04.2020 - 09:30 (Jetzt kommentieren)

Die Tage werden wärmer, die Zecken immer aktiver. Besonders in Gefährdungsgebieten ist Vorsicht angesagt. Schutz bietet vor allem angemessene Kleidung.

Zeckenstiche sind unangenehm. Sie jucken und können sich, vor allem wenn die Zecke unsachgemäß entfernt wird, entzünden. Viel gefährlicher sind jedoch die Krankheiten, die der Blutsauger übertragen kann. Auch wenn in diesem Sommer der Urlaub vielleicht ausfallen muss: Landwirte sind genauso viel draußen wie in allen anderen Jahren. Da ist Schutz unverzichtbar.

Die Borreliose kann zu Gelenks-, Herzmuskel und Nervenentzündungen führen. Und noch immer wird sei oft viel zu spät erkannt und behandelt, weil die Symptome anderen Krankheiten (zum Beispiel einer Grippe) ähneln.

Noch tückischer ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Gehirnentzündung, die unbehandelt sogar zu dauerhaften Schädigungen oder zum Tod führen kann. Auch ihre ersten Symptome ähneln einer schweren Grippe mit Kopfschmerzen und Fieber. Später folgen in vielen Fällen Gehirn- und Hirnhautentzündungen.

Gefährdungsgebiete für eine FMSE-Übertragung

Die FMSE tritt fast ausnahmslos nur in Risikogebieten auf. Diese werden vom Robert-Koch-Institut (RKI) erfasst und veröffentlicht.

Betroffen sind vor allem Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, das südöstliche Thüringen und Sachsen. In diesem Jahr hat das RKI drei neue Risikogebiete ausgewiesen, die an bereits bestehende angrenzen: den Stadtkreis Dresden und den Landkreis Meißen in Sachsen sowie den Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen.

Wer sich in diesen Regionen viel in freier Natur aufhält, sollte dringend über eine vorbeugende Impfung nachdeneken.

Gegen Borreliose hilft nur die Zeckenabwehr

Während man gegen eine FMSE impfen kann, hilft gegen eine Borreliose-Übertragung nur der Schutz vorm Zeckenbiss ansich. Ein solcher Schutz ist aber auch gegen alle anderen Folgen eines Zeckenstichs ein guter Rat.

Vorbeugend raten Experten vor allem zu angemessener Kleidung. Wer in zeckenreichen Gebieten durch hohes Gras läuft, ist mit langen Hosen gut beraten, noch besser ist es, die Hosenbeine mit einem Gummi abzudichten oder in die Socken zu stecken.

Auch ein Hautschutzmittel gegen Insektenstiche (Achtung: nicht alle Mückenmittel helfen auch gegen Zecken!) ist eine gute Vorbeugung.

Bei Stichen schnell reagieren

Trotzdem finden die kleinen Biester oft einen Weg. Zum Stich suchen sie sich bevorzugt Stellen mit dünner Haut und Blutgefäßen dicht unter der Oberfläche – also zum Beispiel Kniekehlen, Hand- und Fußgelenke, Nacken und Kopf. Am besten also sucht man sich und andere am Abend gründlich ab. Gutes Licht ist dabei Voraussetzung, den nicht vollgesogene Zecken sind winzig. Ein frühzeitiges Entfernen der Blutsauger ist durchaus sinnvoll, denn Borrelien beispielsweise werden erst nach einer gewissen Saugzeit übertragen.

Zum vorsichtigen Entfernen benutzt man am besten eine Zeckenzange (in jeder Apotheke erhältlich). Wenn trotz größter Sorgfalt der Kopf des Tiers abreißen und in der Stichstelle stecken bleiben sollte, am besten einen Arzt aufsuchen.

Kommen Sie gut durch die Zeckenzeit!

 

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