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Umwelt

Zehn Fakten zur Nutria in Deutschland

Nutria
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Dagmar Deutsch, agrarheute
am
10.05.2018

Die eingeschleppte Art der Riesennager Nutria gilt in Deutschland längst als etabliert. In den letzten Jahren hat sich ihr Bestand verdoppelt.

1. Die Nutria stammt ursprünglich aus Südamerika

Ursprünglich stammt die Nutria aus dem subtropischen und gemäßigten Südamerika. Dort kommt sie vom südlichen Brasilien bis Feuerland vor. In Europa und Asien wurden die Nutria heimisch, da Tiere aus Pelztierfarmen entflohen sind. Zwischen 1930 und 1940 gab es in Deutschland insgesamt über 1.000 Nutriafarmen.

2. In Deutschland wurden Nutria als Pelztiere gezüchtet

Die ersten Pelztierfarmen mit Nutria bestanden seit 1926 in Deutschland. Man geht davon aus, dass es seit 1930 Populationen in Deutschland gibt, die auf verwilderte Tiere zurückgehen. Anfang des 19. Jahrhunderts waren die freilebenden Bestände jedoch weitgehend ausgerottet. Wegen der damals sehr hohen erzielten Preise für Nutriapelze wurden sie intensiv gejagt. Nach der Wende wurden die gezüchteten Nutria der Pelzfarmen einfach freigelassen. Mittlerweile gilt die Nutria in Deutschland als etablierte invasive Art.

3. Der Riesennager ist in Deutschland weit verbreitet

Generell halten sich Nutria an Flüssen, Seen, Teichen und in Sümpfen auf. Sie leben standorttreu und verteidigen ihr Revier. Die Verbreitungsschwerpunkte sind im westlichen und östlichen Niedersachsen an Ems und Elbe, in Nordrhein-Westfalen, im Westen Baden-Württembergs am Rhein, im Norden Sachsen-Anhalts an der Elbe und im Nordwesten und Süden Brandenburgs an Havel, schwarzer Elster, Neiße und im Spreewald.

4. Nutria leben paarweise oder in Gemeinschaften

Die insbesondere dämmerungsaktiven Tiere leben entweder paarweise oder in Gemeinschaften von 12 bis 15 Tieren. Sie graben Erdbauten im Uferbereich oder bauen Nester aus langblättrigen Pflanzen und dünnen Stöcken. Die Tiere sind Menschen meist gewöhnt und lassen sich ohne viel Scheu von ihnen füttern.

5. Charakteristisch sind die orangefarbenen Nagezähne

Nutria

Die Nutria ähnelt einem Biber, hat jedoch einen runden Schwanz. Der Eingang eines Nutriabaus liegt im Gegensatz zum Biber- oder Bisamrattenbau oberhalb der Wasserlinie. Zudem sind Nutria kleiner als Biber und deutlich größer als Bisamratten. Typisch für die erwachsene Nutria sind ihre orangefarbenen Nagezähne.

6. Ihr Bestand hat sich in den letzten Jahren verdoppelt

Aufgrund milder Winter hat sich der Nutriabestand in Deutschland zwischen 2006 und 2016 verdoppelt. Generell bietet Mitteleuropa der Nutria jedoch kein optimales Klima. Nutria leben monogam und können sich zu jeder Jahreszeit fortpflanzen. Möglich sind 2 bis 3 Würfe pro Jahr mit 6 bis 8 Jungtieren.

7. Nutria verursachen landwirtschaftliche und wasserbauliche Schäden

Gelegentlich verursachen die Nager Fraßschäden an Feldfrüchten der Landwirtschaft. Sie unterhöhlen Deichanlagen und Uferbereiche und verursachen so wasserbauliche Schäden. Schlimmstenfalls kann ein Deich bei Hochwasser einbrechen. Zudem schädigen Nutria Uferröhrdichte und schränken so Lebensräume seltener Arten ein.

Positiv ist, dass die Nutria die ebenfalls eingebürgerte Bisamratte zurückdrängt. Zudem sind ihre Bestände besser kontrollierbar.

8. Der Riesennager ist bis zu 65 cm lang

Ausgewachsene Nutria erreichen eine Körperlänge von bis zu 65 cm und wiegen zwischen 8 und 10 kg. Der runde, schuppenbedeckte Schwanz ist zwischen 30 und 45 cm lang.

9. Nutria sind überwiegend vegetarisch

Nutria ernähren sich vorwiegend von Blättern, Stängeln, Wurzeln von Wasserpflanzen und Hackfrüchten. Selten fressen sie auch Schnecken, Würmer und Süßwassermuscheln.

10. Nutria dürfen nur mit Ausnahmegenehmigung geschossen werden

Die Nutria ist nicht im Bundesjagdgesetz aufgeführt. Mit Ausnahmegenehmigungen von unteren Landschaftsbehörden werden jedoch jährlich tausende Tiere geschossen oder gefangen. 2016/2017 wurden alleine in Nordrhein-Westfalen knapp 13.500 Nutria erlegt.

Mit Material von Wikipedia, Nabu Nordrhein-Westfalen, Deutscher Jagdverband, Welt.de, Nutria-info.de

Diese invasiven Tiere sind in Deutschland etabliert

Amerikanischer Ochsenfrosch
Jagdfasan
Kanadagans
Marderhund
Nandu
Nilgans
Nutria
Rostgans
Sibirisches Streifenhörnchen
Sikahirsch
Waschbär
Amerikanischer Nerz
Kanadischer Biber
Bisamratte
Halsbandsittich
Schwanengans
Großer Alexandersittich
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