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Politik EU

Zehn Jahre EU-Osterweiterung: Barroso zieht positive Bilanz

von , am
03.05.2014

Brüssel - Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und der griechische Teil Zyperns traten am 01. Mai 2004 der EU bei. Damit wuchs die Union auf damals 27 Staaten an.

José Manuel Barroso steht der EU-Kommission seit zwei Wahlperioden als Präsident vor. © EbS
Kommissionspräsident José Manuel Barroso zog anlässlich des Jubiläums eine positive Bilanz der erweiterten Union. Mit Blick auf die Krise in der Ukraine hob Barroso Mitte der Woche in seiner Videobotschaft die stabilisierende Wirkung eines geeinten Europas hervor: "Die Wirklichkeit zeigt, dass Europa nach diesen zehn Jahren stärker, reicher und sicherer ist - politisch, wirtschaftlich und kulturell. Die Erweiterung hat aus der EU den weltweit größten Binnenmarkt gemacht. Wachsender Handel zwischen den Mitgliedstaaten schafft neue Arbeitsplätze, neue Investitionen und neues Wachstum."
 
So habe die Erweiterung das Gewicht der Union in der Welt gestärkt. Mit über 500 Mio. Einwohnern verschaffe man sich rund um den Globus Gehör. "Vereint zählen wir mehr in der Welt, gemeinsam sind wir in einer besseren Position, nicht so sehr um unsere Interessen zu verteidigen, sondern um unsere Werte zu verbreiten", sagte der Kommissionspräsident.

Direktinvestitionen verdoppelt

Ähnlich wertete Erweiterungskommissar Stefan Füle den Beitritt der mittel- und osteuropäischen Länder vor zehn Jahren. Auch er betonte die Frieden und Wohlstand sichernde Wirkung eines geeinten Europas. "Erweiterung dient als starker Anreiz für Reformen. In einem einigen Europa können wir die Konsequenzen aus Globalisierung, Finanzkrise und Klimawandel besser bewältigen", sagte Füle.

Der erweiterte Binnenmarkt hat laut EU-Kommission zu einem starken Anstieg von Direktinvestitionen geführt. So konnte in den letzten zehn Jahren deren Anteil in den 27 EU-Ländern im weltweiten Vergleich verdoppelt werden. Allein im Jahr 2011 belief sich die Summe auf 225 Milliarden Euro. 

Erweiterung geplant

Derzeitige Kandidatenländer für einen EU-Beitritt sind die westlichen Balkanstaaten Montenegro, Serbien, Mazedonien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo und die Türkei. Allerdings müssten diese Länder noch die notwendige Beitrittsreife erreichen. Erst wenn vor allem im rechtsstaatlichen Bereich die erforderlichen Reformen umgesetzt wurden, können die Aufnahmeverhandlungen beginnen. Die Beitrittsverhandlungen mit Island ruhen momentan. 
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